Kurz gesagt: Ein gebrauchtes Saxophon ist dann ein gutes Geschäft, wenn Körper und Mechanik gerade sind, die Polster annähernd dicht schließen und der Preis die noch nötige Werkstattarbeit schon berücksichtigt. Optik und Marke sagen wenig über den Spielzustand. Entscheidend sind ein strukturierter Check (Dellen, Lecks, Klappenspiel, Kork, Intonation), ein Probespiel oder eine fachkundige Begleitung und ein Budget für den Werkstatt-Check direkt nach dem Kauf.
Lohnt sich gebraucht überhaupt?
Gebrauchte Saxophone kosten häufig 30 bis 70 % weniger als vergleichbare Neuinstrumente (Richtwert). Dem steht ein Risiko gegenüber: Je nach Zustand brauchen sie teure Reparaturen, sodass der Preisvorteil schnell verschwinden kann. Gebraucht lohnt sich vor allem dann, wenn du den Zustand sicher beurteilen kannst (oder jemand für dich), wenn es um ein Modell geht, das neu deutlich mehr kostet, oder wenn du ein Instrument suchst, das es neu so nicht mehr gibt. Wer ohne Erfahrung und ohne Begleitung kauft, fährt mit einem neuen Schülermodell mit Gewährleistung oft sicherer. Welche Bauform (Alt, Tenor, Sopran) für dich passt, klärt der Beitrag Alt, Tenor oder Sopran: Welches Saxophon zum Einstieg?.
Preisrahmen auf dem Gebrauchtmarkt
Belastbare Gebrauchtpreise schwanken stark mit Zustand, Ausstattung und Region. Die folgende Übersicht ordnet die Klassen grob ein und nennt, wo Zahlen belegt sind (Stand Okt. 2026).
| Klasse | Beispiele | Preisorientierung |
|---|---|---|
| Einsteiger | Schülermodelle für Alt und Tenor | Neu ab ca. 300 EUR bei Einsteigermodellen, solide Schülermodelle meist 500 bis 1.500 EUR; gebraucht je nach Angebot, Richtwert 30 bis 70 % unter Neupreis |
| Mittelklasse | Gehobene Schülermodelle wie Yamaha YAS-280 (Alt) und YTS-280 (Tenor) | Neu ca. 970 EUR (Alt) bzw. ca. 1.580 EUR (Tenor) bei reduzierten Händlerpreisen; Gebrauchtpreise je nach Angebot |
| Profi | Yamaha YAS-62 (Alt) | Neu ab ca. 2.700 EUR; gebrauchte Angebote meist etwa 1.500 bis 2.250 EUR, generalüberholte Exemplare darüber (Angebotspreise, keine tatsächlichen Verkaufspreise) |
| Vintage-Profi | Selmer Mark VI und Zeitgenossen | Stark schwankend nach Seriennummernbereich und Zustand, Angebot einholen und Vergleichsangebote sammeln |
Tenorsaxophone liegen bei sonst gleicher Modellreihe spürbar über den Altpreisen. Vintage-Instrumente sind keine automatischen Schnäppchen: Mehr zu Herstellern und Baujahren steht im Beitrag Vintage-Saxophone und bekannte Hersteller.
Die Checkliste vor Ort
Nimm für die Besichtigung mit: eine helle Taschenlampe, ein Stimmgerät, mehrere Blätter in passender Stärke, ein eigenes sauberes Mundstück, einen schmalen Papierstreifen und, wenn möglich, eine spielerfahrene Person. Gehe die Punkte in dieser Reihenfolge durch, so verpasst du nichts.
Körper, Dellen und Lötstellen
- Dellen: Kleine Dellen im Becher sind oft harmlos. Kritisch sind Dellen am S-Bogen, am unteren Bogen und in der Nähe der Oktavklappen-Röhrchen, weil sie Luftstrom und Intonation beeinflussen und schwer zu beheben sind. Lackrisse am S-Bogen können auf einen früheren Knick hinweisen.
- Gerader Korpus: Visiere den Körper entlang und prüfe, ob das Rohr gerade ist. Ein verzogenes Rohr verbiegt Tonlöcher und damit die Dichtheit.
- Lötstellen und Säulen: Die Säulen (die kleinen Träger der Klappenachsen) müssen fest sitzen, ohne Spalt zum Korpus. Die Rippen, die Becher, Körper und Klappenträger verbinden, dürfen sich nicht lösen. Lötspalten rund um die Tonlöcher sind ein Mangel, den eine Werkstatt beheben muss.
- Leuchtkontrolle: Leuchte mit der Taschenlampe in den Becher und schaü von außen durch die Tonlöcher. So zeigen sich Beulen, frühere Ausbeulspuren (senkrechte Linien im Messing) und Lötspalten.
- Lack und Metall: Grüne Beläge deuten auf schlechte Lagerung hin. Ein auffällig glänzender Lack kann auf eine Aufarbeitung hinweisen, die Schäden verdeckt. Eine Relackierung an sich ist kein Ausschlussgrund: Neu lackierte Instrumente können hervorragend spielen, wenn die Arbeit sauber gemacht wurde. Fragen lohnt sich trotzdem. Rost an Achsschrauben kann auf Feuchteschäden hinweisen.
Klappenmechanik und Spiel
- Rückkehr unter Federspannung: Drücke jede Klappe einzeln. Sie muss schnell und vollständig zurückkehren, ohne zu klemmen oder zu träge zu wirken. Verharzte Mechaniken sind nach langer Standzeit verbreitet.
- Spiel in den Achsen: Wackle vorsichtig seitlich an Klappenarmen und Achsen. Die Achsen sollten stabil sitzen, mit nur minimalem Seitenspiel. Lautes Klappern deutet auf ausgeschlagene Lager oder fehlende Filze.
- Gekoppelte Klappen: Teste verbundene Klappenketten, etwa die Kombination von tiefem C, H und B. Wenn gekoppelte Klappen nicht gemeinsam und gleichmäßig schließen, ist die Mechanik nach einem Sturz oder grober Behandlung häufig verstellt.
- Federn: Rostige, verbogene oder schwache Federn bemerkst du an zögerlichen Klappen und an Klappen, die nicht komplett zurückspringen. Einzelne Federn zu ersetzen ist meist günstig.
- Oktavmechanik: Die Oktavklappe am Hals muss leichtgängig arbeiten, und das kleine Röhrchen (Oktavpip) darf nicht verbeult sein.
- Erreichbarkeit: Prüfe, ob du alle Klappen mit deiner Handgröße bequem erreichst. Das ist ein Teil des Probespiels, nicht der Technik.
Behandle den Prüfling schonend: Drücke nie mit Gewalt auf verbogene Klappen, und versuche nicht, selbst etwas zu richten. Verbogene Klappen und Säulen gehören in die Werkstatt.
Polster und Dichtheit mit einfachen Mitteln prüfen
Die Polster sind die Verschleißteile, die am stärksten über Ansprache und Intonation entscheiden. Mit einfachen Mitteln erkennst du die meisten Probleme.
- Sichtprüfung: Gute Polster sind weich, gleichmäßig und ohne tiefe Rillen. Spröde, rissige, verhärtete oder stark eingedrückte Polster und Schimmelflecken sind Warnzeichen. Prüfe auch, dass Resonatoren (die Scheiben in den Polstern) fest sitzen.
- Lichtprüfung: Halte das Instrument gegen eine Lichtquelle und schaü durch den Becher, während du die Klappen sanft schließt. Tritt am Polsterrand Licht durch, dichtet das Polster nicht. Dieser Ton klingt später schwach, luftig oder bleibt ganz aus. Noch deutlicher zeigt es sich mit einer Taschenlampe in einem abgedunkelten Raum.
- Papierstreifen: Lege ein Stück Papier unter das geschlossene Polster und ziehe es vorsichtig heraus. Ein dichtes Polster hält das Papier mit gleichmäßigem Widerstand fest, ein undichtes lässt es ohne Widerstand gleiten. Prüfe den gesamten Umfang des Polsters.
- Hörprobe: Spiele eine langsame chromatische Tonleiter vom tiefsten bis zum höchsten Ton. Tiefe Töne sprechen nur bei dichten Polstern sauber an. Schwache oder unsichere Töne weisen auf Lecks hin.
- Feste Klappen: Klappen, die du kräftig andrücken musst, damit sie schließen, lecken fast immer.
Wenn der Verkäufer sagt, das Instrument brauche nur eine kleine Einstellung, steckt dahinter oft eine komplette Neubepolsterung. Rechne mit Kosten im dreistelligen Bereich und kalkuliere sie in den Preis ein. Polster einsetzen, Klappen biegen oder Tonlöcher richten gehört in die Werkstatt: Das sind keine Arbeiten für zu Hause, weil falsche Handgriffe das Instrument dauerhaft beschädigen können.
Korken und Filz
Kork- und Filzpuffer zwischen Klappen begrenzen Klappenhöhe und halten den Mechanikgang leise. Sie nutzen sich mit der Zeit ab. Sichtbar fehlender, zerbröselter oder zusammengedrückter Kork ist bei einem Routine-Service eine normale, günstige Reparatur. Wichtig ist der Kork am Hals (S-Bogen-Kork): Er darf nicht porös oder spröde sein, sonst sitzt der Hals nicht luftdicht in der Aufnahme.
Mundstück, S-Bogen und Halskork
- Das Mundstück muss eng auf dem Hals-Kork sitzen und darf nicht wackeln. Der Kork darf nicht eingerissen oder eingedrückt sein.
- Der S-Bogen darf weder verbogen noch verbeult oder lose sein. Ein nach unten geneigter Bogen gehört in die Werkstatt.
- Passt der Hals zum Korpus? Eine gleiche Seriennummer auf Hals und Körper spricht für ein zusammengehöriges Instrument. Abweichendes Finish des Halses kann auf einen später ersetzten Teil hinweisen.
- Ein mitgeliefertes Mundstück ist oft nur ein Beipack. Wie du ein passendes Mundstück und die richtige Blattstärke auswählst, steht im Beitrag Mundstück und Blattstärke passend wählen.
Intonation und Ansprache testen
Gute Intonation und leichte Ansprache sind für Anfänger besonders wichtig, weil sie beim Lernen helfen statt zu bremsen. Stimme das Stimmgerät auf 440 Hz und spiele erst Töne in der mittleren Lage mit eigenem Mundstück und frischem Blatt. Achte auf folgende Punkte:
- Spielen alle Töne vom tiefen B bis zum hohen F# und, falls vorhanden, bis hohem G stabil an?
- Sind Oktaven sauber, oder weichen einzelne Töne deutlich ab?
- Reagiert das Instrument auf leise Töne, oder bleiben tiefe Töne weg?
- Verändert sich die Stimmung stark, wenn du den Hals verschiebst?
Vergleiche möglichst zwei bis drei Instrumente derselben Klasse. Wer selbst noch nicht spielen kann, bringt eine erfahrene Person mit, die das Instrument anspielt.
Seriennummer und Baujahr grob einordnen
Die Seriennummer steht meist am Körper unter der rechten Daumenstütze, bei manchen Modellen zusätzlich am Hals. Mit Herstellertabellen lässt sich das Baujahr grob bestimmen. Beim Selmer Mark VI etwa reicht der Bereich von 1954 bis 1975 mit den Nummern von 55201 bis 233900, und frühe fünfstellige Nummern sind besonders gefragt. Bei modernen Herstellern ist die Nummer vor allem eine Datierungshilfe, kein Qualitätsurteil. Wichtig sind drei Warnsignale:
- Fehlende oder abgeschliffene Nummer: Das gilt als Hinweis auf ein gestohlenes Instrument. Lass die Finger davon.
- Nummern auf Hals und Körper unterschiedlich: Der Hals kann ersetzt worden sein, was den Wert und die Stimmung beeinflusst.
- Überschneidungen: Modellreihen überlappen sich, und die Nummer allein sagt nichts über Zustand oder Wert. Ergänze sie durch Details wie Gravur und Klappenform.
Hygiene: Instrument und Mundstück reinigen
Ein gebrauchtes Instrument hat fremde Speichelreste, Feuchtigkeit und im schlechtesten Fall Schimmel mitgebracht. Reinige es, bevor du es zum ersten Mal in den Mund nimmst.
Mundstück
- Blatt und Blattschraube: Das mitgelieferte Blatt gehört weg. Nimm ein neues, und kontrolliere die Blattschraube auf Rückstände.
- Grundreinigung: Wasche das Mundstück in lauwarmem Wasser mit etwas mildem Spülmittel. Eine Mundstückbürste oder eine weiche Zahnbürste entfernt Ablagerungen, ohne die Oberfläche anzugreifen.
- Kein heißes Wasser: Bei Hartgummi-Mundstücken kann heißes Wasser zu Verformung oder Verfärbung führen.
- Kalk und Ablagerungen: Hartnäckige Beläge lassen sich einige Minuten in verdünntem Haushaltsessig (grob halb Wasser, halb Essig, körperwarm) einweichen, danach gründlich spülen und bürsten. Nicht länger als eine Viertelstunde einweichen.
- Desinfektion: Nach der Reinigung hilft ein kurzes Bad in handelsüblichem Mundwasser oder einem Mundstück-Desinfektionsmittel aus dem Musikfachhandel. Danach gründlich mit klarem Wasser spülen und an der Luft trocknen lassen.
Hals und Korpus
- Hals: Reinige ihn innen mit einer Flaschenbürste oder einem Halswischer und milder Seifenlauge, spüle mit lauwarmem Wasser und trockne ihn gut. Achte darauf, dass der Hals-Kork nicht dauerhaft nass bleibt.
- Korpus: Ziehe einen Wischer mehrfach durch Körper und Becher. Nimm Feuchtigkeit von den Polstern mit Polsterpapier auf, indem du das Papier zwischen Polster und Tonloch legst und die Klappe kurz andrückst. Das Instrument nicht unter Wasser setzen.
- Keine aggressiven Mittel: Verzichte im Inneren und an den Polstern auf Bleiche, Lösungsmittel und starke Sprays. Solche Mittel können Lack und Polster schädigen. Bleibt ein muffiger Geruch, ist das ein Fall für den Werkstatt-Check.
- Koffer: Lüfte ihn aus und wische ihn trocken aus. Ein feuchter Koffer fördert Schimmel an Polstern.
Das Instrument selbst zu zerlegen ist nicht nötig und riskant. Kleine Mengen Kork- oder Achsenfett sind in Ordnung, ein Zuviel an Korkfett kann den Kleber lösen.
Online kaufen oder vor Ort prüfen?
Der Kauf vor Ort mit Probespielen ist die risikoärmste Variante. Wer online kauft, geht ein deutlich höheres Risiko ein, weil Fotos und Beschreibungen genau die Details verdecken können, die über den Spielzustand entscheiden.
Was beim Blindkauf typischerweise schiefgeht
- Wenige oder unpassende Fotos: Anzeigen mit sehr wenigen Bildern oder Bildern, die nicht zur Beschreibung passen, sind ein Warnsignal.
- Polster und Kork lassen sich auf Fotos kaum beurteilen: Genau diese Teile bestimmen aber, ob das Saxophon sauber intoniert und gleichmäßig anspricht.
- Optik und Zustand sind zwei Paar Schuhe: Ein optisch hervorragendes Instrument kann eine teure Überholung brauchen, ein abgenutztes mechanisch einwandfrei sein.
- Versandschäden: Immer wieder werden Schäden an Becher und Halsaufnahme gemeldet, die äußerlich am Karton nicht erkennbar waren. Stabil und gepolstert verpacken, Hals und Mundstück getrennt verpacken, versichern und beim Empfang direkt prüfen.
- Billigware: Sehr günstige Neuinstrumente von unbekannten Anbietern können unbrauchbar sein. Auch hier gilt: Was nichts kostet, ist selten gut.
Risiko senken
- Frage gezielt nach dem Zustand der Polster, dem letzten Service und bekannten Reparaturen.
- Bitte um Nahaufnahmen von Mechanik, Hals-Kork, Becher, Seriennummer und der Innenseite mit Licht.
- Kläre vor dem Kauf schriftlich, ob und wie lange eine Rückgabe möglich ist und wer das Rückporto trägt. Bei gewerblichen Anbietern sind Rückgabefristen verbreitet, bei privaten Verkäufern meist nicht. Halte Zusagen des Verkäufers schriftlich fest. Bei rechtlichen Fragen hilft eine Verbraucherberatung.
- Lass das Instrument bei Anlieferung sofort von einer Fachwerkstatt prüfen, solange eine Rückgabe noch möglich ist.
- Bei Privatverkäufern prüfe Adresse und Telefonnummer und kaufe bei Abholung, nicht im Vorfeld ohne Sicherheit.
Begleitperson und Werkstatt-Check
Eine spielerfahrene Begleitung findet Mängel, die dir entgehen. Noch sicherer ist ein Check durch eine Fachwerkstatt vor dem Kauf. Manche Werkstätten bieten eine Kaufberatung oder Begutachtung gegen Stundenlohn an (Richtwert 55 EUR pro Stunde, Stand Okt. 2026; je nach Werkstatt, Angebot einholen). Das Geld ist gut investiert, wenn das Instrument mehr als ein paar hundert Euro kostet.
Verhandeln
- Mängel sammeln und beziffern: Notiere jeden Befund (undichte Polster, fehlender Kork, Dellen) und lass dir vorab von einer Werkstatt einen Kostenvoranschlag geben. Viele Werkstätten erstellen ihn kostenlos.
- Reparaturkosten abziehen: Verhandle den Preis nach dem Gesamtbild, nicht nach dem Gefühl. Ein Instrument, das eine Überholung braucht, muss entsprechend günstiger sein als ein gepflegtes Vergleichsmodell.
- Vergleichsangebote: Kenne die Preise ähnlicher Modelle. Angebotspreise sind Verhandlungsbasis, keine Festpreise.
- Lege Zubehör mit hinein: Koffer, Halsgurt, Mundstück und Ligatur sind Verhandlungsmasse.
- Bleib ruhig: Wenn der Verkäufer Druck macht ("es gibt noch andere Interessenten"), ist das selten ein gutes Zeichen.
Nach dem Kauf: Werkstatt-Check und Kosten
Plane unabhängig vom Eindruck einen Werkstatt-Check ein. Er zeigt, was bis zum nächsten Jahr ansteht, und bringt das Instrument in einen spielbaren, gleichmäßigen Zustand. Dabei werden Polster geprüft und nachjustiert, Federn, Kork und Filze ersetzt, die Mechanik gängig gemacht und kleine Undichtigkeiten behoben. Als Richtwerte (Stand Okt. 2026, je nach Werkstatt Angebot einholen):
| Arbeit | Richtwert |
|---|---|
| Service (reinigen, ölen, justieren, kleine Mängel) | etwa 220 bis 350 EUR |
| Generalüberholung eines Schülersaxophons (u. a. alle Polster neu) | ab etwa 650 EUR |
| Generalüberholung allgemein | Angaben schwanken meist zwischen etwa 450 und 1.000 EUR, bei vernachlässigten Vintage-Instrumenten darüber |
| Dellen, Lötarbeiten, Sonderwünsche | je nach Werkstatt, Angebot einholen |
Ein Pauschalangebot weit unter diesen Werten sollte dich misstrauisch machen: Es führt häufig zu Nachforderungen. Ausführliche Informationen zu Ablauf und Kosten findest du im Beitrag Generalüberholung beim Saxophon: Kosten und Ablauf. Danach hilft regelmäßige Pflege: Wischer nach jeder Übung, Polsterpapier bei Bedarf und ein jährlicher Check.
Häufige Fehler beim Gebrauchtkauf
- Nur auf Optik oder Marke achten: Ein schönes Saxophon kann leck sein, ein abgespieltes dicht. Marken- und Vintage-Mythen ersetzen keinen Check.
- Nicht probespielen: Ohne Hörprobe bleiben Intonation und Ansprache Glückssache.
- "Braucht nur eine kleine Einstellung" glauben: Oft ist es eine volle Neubepolsterung.
- Ohne Werkstattbudget kaufen: Wer das gesamte Budget für den Kaufpreis ausgibt, hat anschließend nichts mehr für Service und Kork übrig.
- Dellen am Hals unterschätzen: Sie beeinflussen Intonation und Luftstrom stärker als Dellen im Becher.
- Seriennummer ignorieren: Fehlende oder abgefeilte Nummern deuten auf Diebstahl, abweichende Halsnummern auf Austauschteile.
- Relackiert gleich schlecht: Das ist ein Mythos, entscheidend ist die Qualität der Arbeit und der Zustand darunter.
- Hygiene vergessen: Mundstück und Hals vor dem ersten Spielen reinigen und das Blatt austauschen.
- Beim Versand sparen: Eine schlechte Verpackung kann einen Schaden an Becher oder Aufnahme verursachen, den niemand von außen sieht.
Kurze Fragen und Antworten
Wie viel Reparaturbudget ist sinnvoll? Rechne mindestens mit dem Betrag für einen Service, bei älteren Instrumenten ohne bekannte Wartungshistorie eher mit einer Überholung.
Geht der Kauf auch ohne Spielerfahrung? Ja, aber nur mit fachkundiger Begleitung oder einem Werkstatt-Check, besonders bei Einsteigern.
Welche Mängel sind Ausschlusskriterien? Verzogenes Rohr, tiefe Dellen am Bogen, gelöste Rippen oder Säulen, fehlende Seriennummer und ein Preis, der Reparaturen nicht berücksichtigt.
Gebraucht oder neu für Einsteiger? Wenn du den Zustand nicht beurteilen kannst, ist ein neues Schülermodell mit Gewährleistung oft die entspanntere Wahl.