Ein Cassotto ist eine in die Diskantseite mancher höherwertiger Akkordeons eingebaute Klangkammer, in der ein oder mehrere Stimmstöcke (meist die tiefen und/oder mittleren Zungensätze) im rechten Winkel statt direkt nach außen montiert sind.

Wie es den Klang verändert

Da der Schall der im Cassotto montierten Zungen einen längeren, gewinkelten Weg zurücklegen muss, bevor er das Instrument verlässt, wirkt die Kammer als passiver akustischer Filter - hohe Frequenzen werden gedämpft, tiefe verstärkt. Das praktische Ergebnis ist ein deutlich wärmerer, weicherer, weniger scharfer Klang dieser Zungensätze, oft als "runder" beschrieben mit weniger scharfen Obertönen im Vergleich zu denselben Zungen ohne Kammer.

Was das für den Kauf bedeutet

  • Cassotto-Bauweise erhöht Komplexität und Kosten, entsprechend liegen Akkordeons damit eher im höheren Marktsegment - ein sinnvoller (wenn auch kein garantierter) Hinweis auf ein ernsthafteres, besser gebautes Instrument.
  • Ob der weichere Cassotto-Klang zum eigenen Spielstil passt, ist tatsächlich Geschmacks- und Genresache, kein objektives Upgrade in jedem Kontext.

Den Unterschied direkt anzuhören - idealerweise ein Cassotto- und ein Nicht-Cassotto-Instrument im direkten Vergleich - ist der zuverlässigste Weg zu beurteilen, ob es fürs eigene Spiel relevant ist.