Der Zug ist das arbeitende Herzstück einer Posaune - selbst eine optisch einwandfreie Posaune ist unbrauchbar, wenn der Zug nicht sauber läuft. Deshalb bekommen Dellen dort unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit im Vergleich zu Dellen an anderen Stellen des Instruments.

Was wirklich zählt: Ausrichtung und Gängigkeit, nicht Optik

  • Eine Delle, die den Zugbogen (den U-förmigen Bogen, der die inneren Zugrohre verbindet) verformt, kann die Zugausrichtung stören und dazu führen, dass innerer und äußerer Zug klemmen oder an bestimmten Stellen ungleichmäßigen Widerstand bieten.
  • Kleine Dellen, die Rundheit und Ausrichtung nicht beeinträchtigen und bei denen der Zug weiterhin frei und gleichmäßig von einem Ende zum anderen läuft, sind oft rein kosmetisch. Manche Reparaturfachleute halten es für vertretbar, diese unangetastet zu lassen, solange die Gängigkeit stimmt.
  • Eine Faustregel mancher Fachleute: Ab etwa einem Drittel Verengung des Bogenquerschnitts lohnt sich eine Reparatur - entscheidend bleibt aber immer, wie sich der Zug tatsächlich anfühlt und bewegt, nicht allein die Größe der Delle.

Warum diese Reparatur selbst bei "kleinen" Schäden teuer ist

Eine Delle im Zugbogen zu beheben erfordert meist, den Bogen abzulöten, die Delle herauszuarbeiten und den Zug neu zu verlöten und in der Ausrichtung neu einzustellen - eine aufwendige Arbeit, unabhängig davon, wie klein die Delle aussieht. Deshalb kann selbst ein bescheidener Zugschaden einen unverhältnismäßig hohen Kostenvoranschlag nach sich ziehen.

Was beim Gebrauchtkauf wirklich zu prüfen ist

Den Zug vollständig ausziehen und langsam über die gesamte Länge durchbewegen, dabei auf jedes Hängenbleiben, Schleifen oder ungleichmäßigen Widerstand achten, statt rein nach Optik zu urteilen. Eine Posaune mit sichtbaren kleinen Dellen, aber sauber laufendem Zug ist ein ganz anderer Fall als eine makellos aussehende Posaune, die mittendrin hakt.