Zwei oft übersehene Faktoren beeinflussen überproportional stark, wie überzeugend ein Digitalpiano in der Praxis klingt - über die reine Sample-Qualität hinaus.
Eingebaute Lautsprecher
Lautsprechergröße, Leistung und Gehäusekonstruktion variieren stark zwischen Modellen. Die kleinen Lautsprecher eines günstigen Instruments können selbst gute Klavier-Samples dünn oder dumpf klingen lassen, während ein gut gebautes Gehäuse mit größeren Lautsprechern dieselbe zugrunde liegende Klangqualität mit echter Tiefe abstrahlt - einer der wenigen echten Vorteile, ein Instrument persönlich anzuspielen oder nach einem unbearbeiteten Video zu fragen, statt sich nur auf Datenblätter zu verlassen.
Simulierte Saitenresonanz
Bei einem echten akustischen Klavier lässt das gedrückte Haltepedal ungedämpfte Saiten sympathetisch mitschwingen mit dem, was gerade gespielt wird - das fügt subtile Obertonkomplexität hinzu. Höherwertige Digitalpianos simulieren diesen Effekt (manchmal "Dämpfer-Resonanz" oder "Saitenresonanz" genannt) digital; günstige Modelle lassen ihn oft weg, wodurch anhaltende Pedalpassagen vergleichsweise flach und simpel klingen können.
Beides lässt sich nicht anhand eines Datenblatts vergleichen wie etwa Polyphonie-Zahlen - beides lohnt sich beim Antesten eines Instruments tatsächlich anzuhören, idealerweise sowohl über Kopfhörer als auch über die eigenen Lautsprecher.