Kostenlose Klaviere tauchen ständig in Kleinanzeigen auf - meist, weil der bisherige Besitzer den Platz zurückwill und ein privater Transport schwierig ist. Das garantiert aber nicht, dass sich die Mitnahme wirklich lohnt.

Wo sich die eigentlichen Kosten verstecken

  • Ein professioneller Klaviertransport ist Facharbeit und nicht günstig - oft teurer, als ein bescheidenes Instrument im Verkauf einbringen würde.
  • Klaviertechniker berichten häufig, dass ein großer Teil kostenlos angebotener Klaviere wirtschaftlich nicht mehr stimmbar ist - dann wurden die Transportkosten für ein Instrument ausgegeben, das anschließend entsorgt werden muss.
  • Sind Saiten, Hammerarbeiten oder andere Mechanikreparaturen nötig, summieren sich die Kosten schnell und können den Preis eines bekannt guten gebrauchten Klaviers übersteigen.

Vor der Zusage

  • Nach Stimm-/Servicehistorie und klaren Fotos von Saiten, Hämmern und Innenraum fragen.
  • Wenn möglich vor dem Transport eine Fachkraft das Instrument persönlich begutachten lassen - eine kostenpflichtige Begutachtung ist deutlich günstiger als der Transport eines unspielbaren Klaviers.

Ein kostenloses Klavier kann ein echter Glücksfall sein - aber erst, wenn Transport und mögliche Reparaturen ehrlich gegen den Preis eines vergleichbaren Instruments in bekannt gutem Zustand abgewogen wurden.