Polyphonie ist die maximale Anzahl an Tönen (genauer: einzelner klangerzeugender "Stimmen"), die ein Digitalpiano gleichzeitig erzeugen kann.
Warum sie höher sein muss, als man denkt
Ein einzelner Ton mit gehaltenem Haltepedal, zwei übereinandergelegte Klänge und der natürliche Ausklang vorheriger Töne verbrauchen alle gleichzeitig Polyphonie - ein Stück, das nach wenigen gleichzeitigen Tönen klingt, kann deutlich mehr Stimmen verbrauchen als erwartet, besonders bei Pedalgebrauch oder Sound-Layering.
Worauf zu achten ist
- Einsteigergeräte bieten oft spürbar weniger Polyphonie als höherwertige Modelle; wird sie bei starkem Pedalgebrauch oder Sound-Layering überschritten, brechen Töne abrupt ab ("Voice Stealing" - siehe unseren Synthesizer-Artikel zum gleichen Konzept, das auch hier gilt).
- Für Einsteiger mit überwiegend einstimmigen oder einfachen Stücken ist geringere Polyphonie selten ein praktisches Problem; für anspruchsvolles klassisches Repertoire mit viel Pedal oder für Sound-Layering zählt höhere Polyphonie deutlich mehr.
Über die reine Polyphonie-Zahl hinaus beeinflusst die zugrunde liegende Klangerzeugung und Sample-Qualität (oder physikalische Modellierung bei höherwertigen Instrumenten) die wahrgenommene Klangqualität mindestens genauso stark - eine Zahl allein garantiert keinen guten Klang.