Ein gut gepflegtes akustisches Klavier kann über Jahrzehnte seinen Wert halten oder sogar relativ gewinnen, während der Wiederverkaufswert eines Digitalpianos deutlich schneller sinkt - die Gründe dafür sind strukturell, nicht nur Markenwahrnehmung.
Warum der Unterschied so groß ist
- Technik entwickelt sich weiter: neuere Digitalpianos verbessern regelmäßig Klangerzeugung, Tastaturmechanik und Konnektivität - ältere Modelle wirken dadurch veraltet, auch wenn sie noch einwandfrei funktionieren.
- Elektronik wird mit dem Alter nicht besser: anders als ein gut gealterter Resonanzboden oder eine eingespielte Mechanik bauen elektronische Bauteile nur ab - ein Äquivalent zum "Sich-Öffnen" eines Instruments über die Zeit gibt es nicht.
- Reparatur-Wirtschaftlichkeit: fällt ein zentrales elektronisches Bauteil bei einem älteren Modell aus, ist Ersatzteilbeschaffung oder Reparatur oft unwirtschaftlich - das begrenzt, was Käufer für ein älteres Gerät zahlen.
- Keine Seltenheitswert-Dynamik: akustische Klaviere, besonders bekannte Marken, können durch Bauqualität oder Ruf gefragt werden; massenproduzierte Digitalpianos entwickeln diese Art von Sammlernachfrage kaum.
Das ist kein Grund, Digitalpianos zu meiden - der geringere Wiederverkaufswert wird durch niedrigeren Kaufpreis, keine Stimmkosten und praktische Funktionen ausgeglichen, die akustische Klaviere nicht bieten - aber es lohnt sich, das bei der Kaufentscheidung mit einzuplanen, besonders wenn das Instrument auch als langfristige Wertanlage gedacht ist.