Allgemeine Darstellung des Instrumentenmodells, nicht das konkrete auf einer verlinkten Plattform angebotene Exemplar.
Roland Juno-60
Preis: 55 EUR – 5.960 EUR
Preisverlauf
Verfügbarkeit: 8/10 (Häufig)
Ein 1982 vorgestellter, erschwinglicher analoger Polysynthesizer mit digital stabilisierten Oszillatoren und einem markanten eingebauten Chorus, der aus einer Sparmaßnahme einen der wiedererkennbarsten Klänge der 1980er-Popmusik machte.
Informationen zu Roland Juno-60
Der Juno-60 betreibt sechs Stimmen, jede aufgebaut um einen einzelnen digital gesteuerten Oszillator (DCO) plus einen Suboszillator eine Oktave tiefer - DCO bedeutet hier ein digital stabilisierter ANALOGER Oszillator, kein digitaler, was dem Instrument die Stimmstabilität gab, an der seine analogen Konkurrenten oft scheiterten, bei gleichzeitig echter analoger Klangerzeugung. Jede Stimme speist ein resonantes 24-dB/Oktave-Tiefpassfilter, das bei hoher Resonanz selbst oszilliert, ergänzt um ein vierstufiges, nicht resonantes Hochpassfilter, das bei niedrigster Einstellung den Bassanteil anhebt. Eine ungewöhnliche Fähigkeit blieb nur dieser Juno-Generation vorbehalten: hüllkurvengesteuerte Pulsbreitenmodulation, ein Maß an dynamischer Klangformung, das der spätere, verbreitetere Juno-106 nicht mehr besaß. Das eigentliche Markenzeichen ist aber der eingebaute Stereo-Chorus - drei umschaltbare Modi mit Modulationsraten von 0,4 Hz und 0,6 Hz, hart gepannt, sodass die sechs Stimmen spürbar dichter und breiter klingen, als ein Einzel-Oszillator-Design eigentlich hergeben sollte. Vier Monate nach dem speicherlosen Juno-6 erschienen, ergänzte der Juno-60 56 Programmspeicherplätze und einen DCB-Anschluss, Rolands eigenes Vor-MIDI-Protokoll zur Kopplung mehrerer Geräte.
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Quelle: https://reverb.com/item/101063522-roland-juno-60-61-key-polyphonic-synthesizer-1982-1984-black
Klangcharakter von Roland Juno-60
Der Ruf des Juno-60 beruht auf breiten, satten Pads und Streicher-Sounds neben orgelähnlichen Klängen, mit einem Filter, das Rezensenten als warm und fett beschreiben und das bei hoher Resonanz selbst zum Klangerzeuger wird. Der eingebaute Chorus ist eigentlich die Quelle des Charakters: ursprünglich hinzugefügt, um die relative Dünnheit eines Einzel-DCO-Designs zu kaschieren, verleiht seine hart gepannte, zweistufige Modulation den sechs Stimmen einen wabernden, lebendigen Bassbereich und insgesamt ein Gefühl von Breite und Dichte, das die eigentlich einfache Architektur dahinter kaschiert. Das Ergebnis wurde einmal zusammengefasst als warm, aber synthetisch, organisch, aber futuristisch - eine Klangfarbe markant genug, um ganze Genres zu prägen (darunter die frühesten House-Produktionen), und trotzdem unaufdringlich genug, um sich nahtlos in Pop-Arrangements einzufügen.
Was Besitzer der Roland Juno-60 sagen
Der Juno-60 gilt weithin als einer der ersten wirklich erschwinglichen polyphonen Analogsynthesizer und genießt bis heute echten Kultstatus - Besitzer wie Rezensenten beschreiben seinen Reiz weniger über Funktionstiefe als über seine Musikalität: Er beeindruckt nicht durch aufwendige Modulationsverschaltung, aber seine Klänge passen durchgehend dorthin, wo sie eingesetzt werden - ein Rezensent verglich das mit einem musikalischen Lieblingspullover, der zu fast jedem Outfit passt. Viele jahrzehntealte Exemplare funktionieren Berichten zufolge noch einwandfrei, mit Verschleiß vor allem in Form kleiner Dellen und Abplatzer an den Pressholz-Seitenteilen statt in der eigentlichen Elektronik. Dieser Ruf hat zusammen mit dem begrenzten erhaltenen Bestand die Gebrauchtpreise in das getrieben, was eine deutsche Rezension schlicht als astronomische Höhen bezeichnet - mehrere tausend Euro für ein gepflegtes Exemplar heute, gegenüber einem ursprünglichen Listenpreis von unter zweitausend Dollar.
Bespielbarkeit & Handling von Roland Juno-60
Das Bedienfeld wird durchgehend für eine Übersichtlichkeit und Direktheit gelobt, die seither selten erreicht wurde - jeder Klangparameter hat einen eigenen, dedizierten Regler, ohne dass für eine Klanggestaltung durch Menüs getaucht werden müsste. Die 61-Tasten-Klaviatur hat keine Anschlagdynamik, gilt aber auch nach heutigen Maßstäben als wirklich gut bespielbar, besonders im Vergleich zu zeitgenössischen Konkurrenten wie dem Korg Polysix. Ein synchronisierbarer Arpeggiator mit Range- und Rate-Reglern, dazu Portamento und eine Hold-Funktion, wirkten 1982 ungewöhnlich modern und unmittelbar bedienbar, auch wenn dem Instrument ein dedizierter Akkordspeicher fehlt. Bei erhaltenen Exemplaren betrifft die häufigste Beschwerde zur Bespielbarkeit nicht das ursprüngliche Design, sondern das Alter: Verschmutzte oder abgenutzte Schieberegler lassen Werte bekanntermaßen springen statt gleichmäßig zu gleiten, und korrodierte Speicherchip-Kontakte können zu fehlerhaftem Patch-Abruf führen - Probleme, die Besitzer üblicherweise mit Kontaktspray, Silikonschmiermittel für steife Regler oder einer Neuverlötung korrodierter Verbindungen durch einen Techniker beheben.
Empfohlenes Zubehör & Saiten für Roland Juno-60
Da der Juno-60 vollständig aus der Vor-MIDI-Zeit stammt, braucht die Anbindung an ein modernes MIDI-Setup einen DCB-zu-MIDI-Konverter statt eines Standardkabels - ein Punkt, den man vor dem Kauf mit Integrationsabsicht einplanen sollte. Bei einem älteren, viel genutzten Exemplar sind Kontaktspray und etwas Silikonschmiermittel für steife Schieberegler die praktischsten Pflegemittel, zu denen ein Besitzer am ehesten greifen wird, dazu gelegentlich die Neuverlötung korrodierter Speicherchip-Kontakte durch einen Techniker, falls Patches anfangen, sich fehlerhaft zu verhalten.
Technische Daten von Roland Juno-60
| Synthese | Analog subtraktiv, 6-stimmig polyphon |
|---|---|
| Oszillatoren | 1 DCO + Suboszillator pro Stimme (Sägezahn, Puls/PWM, Sub-Rechteck) |
| Filter | 24-dB/Oktave resonantes Tiefpassfilter (selbstoszillierend), 4-stufiges nicht resonantes Hochpassfilter |
| Modulation | 1 LFO, 1 ADSR-Hüllkurve, 1 VCA; hüllkurvengesteuerte PWM |
| Signatur-Effekt | Eingebauter Stereo-Chorus, 3 Modi, 0,4-Hz-/0,6-Hz-Raten |
| Speicher | 56 Programmspeicherplätze |
| Tastatur | 61 Tasten, ohne Anschlagdynamik |
| Konnektivität | DCB-Anschluss (vor MIDI), Filter-CV-Eingang, Arpeggiator-Clock-Eingang |
| Regler | Vollständiges Ein-Regler-pro-Funktion-Analogpanel; Arpeggiator mit Range/Rate, Portamento, Hold (kein Akkordspeicher) |
Preisverlauf für Roland Juno-60
Günstigster gesehener Preis: 55 EUR · Teuerster gesehener Preis: 5.960 EUR
Zur Geschichte von Roland Juno-60
Der Juno-60 war Rolands Antwort auf das eigene Flaggschiff Jupiter-8, ein Synthesizer, der inflationsbereinigt heute deutlich über 16.000 Dollar kosten würde - die Entwicklungslinie verlief über Jupiter-8, dann Jupiter-6, dann Juno-6 und Juno-60, wobei der Name Juno selbst eine bewusste Anspielung auf Jupiters mythologische Ehefrau ist, zugänglich statt einschüchternd. Im September 1982 erschienen, vier Monate nach dem Juno-6, behielt er dieselbe Klangerzeugung bei, ergänzte aber 56 Programmspeicherplätze und einen DCB-Anschluss zur Kopplung mit anderem Roland-Equipment - eine direkte Antwort auf das komplette Fehlen von Patch-Speicher beim Juno-6. Roland-Ingenieur Hideki Izuchi schrieb den charakteristischen Klang später einer Kombination bewusster Designentscheidungen zu - unter anderem Chorus-Verarbeitung und gezielte Bassanhebung - statt einem einzelnen technischen Durchbruch. Die Produktion endete im Februar 1984 nach rund 30.000 gebauten Exemplaren; die Reihe setzte sich mit dem MIDI-ausgestatteten Juno-106 fort (der die hüllkurvengesteuerte PWM verlor) und später dem Alpha Juno, während der ursprüngliche Juno-60-Klang heute in Rolands eigenen Software-Nachbildungen, Boutique-Hardware und ACB-modellierten PLUG-OUT-Versionen weiterlebt.
Bekannte Spieler & Aufnahmen mit Roland Juno-60
George Michael nahm jeden einzelnen Part von Whams „Last Christmas“ auf einem Juno-60 auf, und Cyndi Lauper baute einen ihrer größten Hits um dasselbe Instrument herum; A-ha, Billy Idol, Berlin und Eurythmics traten in den 1980ern ebenfalls damit auf. In der House-Musik entstand Mr. Fingers' grundlegender Track „Can You Feel It“ von 1986 ausschließlich aus Juno-60 und Roland TR-909 - eine Kombination, die den frühen Sound eines ganzen Genres prägte. Die Reichweite des Instruments geht weit über sein ursprüngliches Jahrzehnt hinaus: Zeitgenössische Künstler wie Nils Frahm, Animal Collective, Oneohtrix Point Never, Metronomy, Tyler the Creator und Neon Indian greifen bis heute darauf zurück.
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