Stimmen, Regulieren und Intonieren sind drei eigenständige Klavierleistungen, die oft verwechselt werden. Stimmen passt die Tonhöhe an (siehe unseren separaten Artikel); Regulierung und Intonation betreffen Anschlag beziehungsweise Klang.

Regulierung

Die Regulierung umfasst rund acht einzelne mechanische Einstellungen pro Taste - etwa Tastenhöhe, Tastentiefgang und Auslöseabstand der Hämmer. Ziel ist ein gleichmäßiger Anschlag über alle 88 Tasten, sodass sich keine Taste spürbar schwerer oder leichter anfühlt als ihre Nachbarn und die Mechanik zuverlässig und gleichmäßig anspricht.

Intonation (Voicing)

Die Intonation passt den Klang statt der Mechanik an - durch Umformen und Anpassen der Dichte des Hammerfilzes (mal mit Nadeln weicher gemacht, mal gehärtet) wird die Klangfarbe des Klaviers vereinheitlicht oder verfeinert, ohne die Tonhöhe zu verändern.

Warum die Reihenfolge wichtig ist

Ein Klavier lässt sich in der Regel erst gut intonieren, wenn die Mechanik zuvor sauber reguliert ist - die Intonation feinjustiert eine mechanisch solide Grundlage, sie behebt keine mechanischen Probleme. Fühlt sich ein Klavier unter den Fingern ungleichmäßig an, bringt Intonation ohne vorherige Regulierung wenig.