Allgemeine Darstellung des Instrumentenmodells, nicht das konkrete auf einer verlinkten Plattform angebotene Exemplar.
Gibson Les Paul Studio Session
Preis: 1.375 EUR – 2.785 EUR
Preisverlauf
Verfügbarkeit: 9/10 (Häufig)
Die im Dezember 2024 vorgestellte Gibson Les Paul Studio Session liegt zwischen der einfachen Studio und der Standard: AA-Flammenmaple-Decke, gebundenes Ebenholzgriffbrett und '57-Classic-Humbucker, dazu vier Push/Pull-Potis für Coil Tap, eine Out-of-Phase-Stimme und einen Pure-Bypass-Pfad.
Informationen zu Gibson Les Paul Studio Session
Die Les Paul Studio Session ist nicht einfach eine Les Paul Studio mit schönerem Finish, sondern ein eigenes, höher ausgestattetes Modell, das Gibson bei der Vorstellung im Dezember 2024 zwischen Studio und Standard positioniert hat. Der Korpus besteht aus Mahagoni mit Gibsons Ultra Modern Weight Relief – einem Muster kleiner, gegeneinander versetzter Innenkammern, das Gewicht spart, ohne das Rückkopplungsverhalten eines echt gekammerten Korpus mitzubringen. Darauf liegt eine geschnitzte AA-Flammenmaple-Decke, der erste sichtbare Unterschied zur normalen Studio mit ihrer schlichten Maple-Kappe, lackiert in Hochglanz-Nitrocellulose. Der eingeleimte Mahagonihals hat ein SlimTaper-Profil und einen modern konturierten Halsfuß, und das Griffbrett ist das Detail, über das Besitzer am meisten sprechen: gebundenes Ebenholz mit Acryl-Trapezeinlagen und 12-Zoll-Radius, wo die Standard-Studio ein ungebundenes Rosewood-Griffbrett hat. Ein Graph-Tech-Sattel, eine Nashville-Tune-o-matic-Brücke aus Aluminium mit passendem Aluminium-Stop-Bar sowie Grover-Rotomatic-Mechaniken mit Keystone-Knöpfen vervollständigen die Hardware.
Der eigentliche Grund für diese Variante ist aber die Elektronik. Statt zweier gewöhnlicher Volume- und Tone-Potis sind alle vier als Push/Pull-Schalter ausgeführt. Wird ein Volume-Knopf gezogen, wechselt der zugehörige Pickup in eine angezapfte, single-coil-ähnliche Stimme. Der gezogene Hals-Tone-Regler dreht die Phase eines Pickups, was nur hörbar wird, wenn in der Mittelstellung beide Pickups zusammenlaufen. Der gezogene Steg-Tone-Regler aktiviert Pure Bypass: Der Steg-Humbucker geht direkt an die Ausgangsbuchse, Volume und Tone sind damit komplett aus dem Signalweg. Gespeist wird das alles von einem Gibson '57 Classic am Hals mit etwa 8k und einem leicht überwickelten '57 Classic + am Steg mit etwa 9k, beide mit Alnico-II-Magneten in der PAF-Tradition und bewusst nicht als Hochleistungs-Pickups ausgelegt. Der Sinn des Pakets: Eine Gitarre deckt Terrain ab, das eine rein humbucker-bestückte Les Paul nicht erreicht – dünne, quakige Funk-Stimmen, hohle Out-of-Phase-Leads und einen unbelasteten Steg-Sound mit voller Ausgangsleistung –, ohne den Grundcharakter aufzugeben, der sie überhaupt zur Les Paul macht. Gibson, 1902 in Kalamazoo gegründet und seit den 1980er-Jahren in Nashville ansässig, baut sie in den USA und liefert sie im Softshell-Case aus.
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Quelle: https://reverb.com/item/95277268-gibson-les-paul-studio-session-translucent-ebony-burst
Klangcharakter von Gibson Les Paul Studio Session
Im Humbucker-Betrieb verhält sich die Studio Session so, wie es die '57-Classic-Kombination erwarten lässt: mittlere Ausgangsleistung, PAF-Charakter, ein warmer Mahagonikern, den die geschnitzte Maple-Decke zu klarerer Tonzeichnung strafft, die Halsposition rund und singend, der etwas heißere '57 Classic + mit Zerre deutlich bellend. Das Besondere an diesem Modell beginnt, wenn die Knöpfe hochgehen. Gibson zapft an statt zu splitten – die Schraubenspule wird über einen Kondensator gefiltert statt nach Masse kurzgeschlossen –, weshalb die Single-Coil-Stimme mehr Körper behält und weit weniger Lautstärke verliert als ein klassischer Split; das Ergebnis liegt näher an einem fetten P-90 als an einer dünnen, ausgehöhlten Strat-Imitation. Der gezogene Hals-Tone-Regler dreht die Phase, was nur mit beiden Pickups funktioniert und den nasalen, in den Mitten ausgedünnten Klang erzeugt, der von Peter-Green-Leads bis zu kratzigem Siebziger-Funk reicht. Pure Bypass schickt den Steg-Pickup ohne jede Poti-Last direkt an die Buchse – das wirkt lauter, direkter und oben hörbar offener und taugt als sofortiger Lead-Boost über einem zurückgedrehten Rhythmus-Setting.
Was Besitzer der Gibson Les Paul Studio Session sagen
Das gebundene Ebenholzgriffbrett ist das mit Abstand lohnendste Detail hier - genau der Punkt, der diese Gitarre näher an Custom-Terrain rückt -, und Lackarbeit sowie Verarbeitung insgesamt halten durchgängig ein hohes Niveau, ein Spiegelbild davon, wie weit Gibsons Qualitätskontrolle inzwischen gekommen ist. Der Hals-Tonabnehmer überrascht positiv: voll, ohne je matschig zu werden, heller, als man es an dieser Position von einem Humbucker erwarten würde, während der Steg-Tonabnehmer unter Zerre überzeugend seinen Dienst tut. Die Schaltungsoptionen wirken durchdacht statt verspielt - die Out-of-Phase-Stellung und Pure Bypass sind die Einstellungen, zu denen man tatsächlich greift, während der Coil Tap am Hals-Pickup meist ungenutzt bleibt. Gewicht und Stimmstabilität lesen sich bei gut ausgewählten Exemplaren als klare Stärken.
Die beiden echten Vorbehalte sind der SlimTaper-Hals, der für Freunde eines dicken Fifties-Profils schlicht die falsche Form ist, und der Preis: Standard-Ausstattung unterhalb der 2.000er-Marke wirkt einerseits fair, andererseits fühlt sich der Substanzvorsprung gegenüber einer gut eingestellten Import-Les-Paul nicht immer so groß an wie der Preisabstand. Eine gelegentliche Werks-Setup-Kleinigkeit - meist ein etwas zu hoher Sattel - ist schnell behoben, kein echter Mangel.
Bespielbarkeit & Handling von Gibson Les Paul Studio Session
Dank Ultra Modern Weight Relief liegt die Studio Session je nach Einzelstück etwa zwischen 3,6 und 3,8 Kilogramm – leicht für eine Les Paul und über ein langes Set merklich schulterfreundlicher als ältere, schwerere Studio-Generationen. Das SlimTaper-Profil ist unverändert von der normalen Studio übernommen: ein flacher, schlanker Hals auf einer Sattelbreite von 43 Millimetern, der schnelle Akkordwechsel und kleinere Hände unterstützt – wer eine dicke Fifties-Keule mag, wird ihn jedoch als dünn empfinden. Der modern konturierte Halsfuß ist mehr als Kosmetik: Der ausgeformte Übergang zum Korpus macht die letzten Bünde tatsächlich zugänglich, genau dort, wo der klassische Les-Paul-Absatz immer im Weg stand. Das Ebenholzgriffbrett fühlt sich härter und glatter an als Rosewood, was schnellen Legato-Linien entgegenkommt, und der 12-Zoll-Radius mit Medium-Jumbo-Bünden lässt Bendings sauber durchlaufen, ohne abzuwürgen. Einplanen sollte man eines: Vier Push/Pull-Knöpfe brauchen Muskelgedächtnis. Die Phasenumkehr wirkt nur in der Mittelstellung, und Pure Bypass legt Volume und Tone still, bis der Knopf wieder gedrückt ist – es lohnt sich also, vorher festzulegen, welchen Schalter man mitten im Song wirklich greifen will.
Empfohlenes Zubehör & Saiten für Gibson Les Paul Studio Session
Die Mensur von 24,75 Zoll bedeutet bei gleicher Saitenstärke etwas weniger Zugspannung als eine 25,5-Zoll-Gitarre, deshalb ist ein Nickel-Satz in 010-046 hier der sinnvolle Allrounder; 009-042 erleichtert Bendings auf Kosten von Fundament, 011er-Sätze passen zu tieferen Stimmungen. Vernickelte Umspinnung passt besser zu den vintage-orientierten '57 Classics als helle Stainless-Steel-Sätze, die den Anteil von Maple-Decke und Ebenholzgriffbrett noch härter erscheinen lassen. Weil Pure Bypass die Potis vollständig aus dem Signalweg nimmt, wird die Kabelqualität plötzlich wichtiger als sonst: Ein kurzes, kapazitätsarmes Kabel und ein gebuffertes Pedal am Anfang der Kette halten diesen Modus so offen, wie er gedacht ist. Ausgeliefert wird die Gitarre in einem Softshell-Case, nicht im Hardcase – ein richtiger Koffer oder ein stark gepolsterter Gigbag ist deshalb die naheliegendste erste Ergänzung. Ein guter cleaner Pedal-Platform-Amp oder ein kleiner Röhrencombo, wie ihn Tester genutzt haben, macht die angezapften, phaseninvertierten und gebypassten Stimmen erst wirklich unterscheidbar; unter dicker High-Gain-Sättigung verschwimmt ein Großteil dieser Schaltarbeit. Straplocks sind bei jeder Les Paul sinnvoll, und ein Stativ oder Wandhalter schont den Hochglanz-Nitrolack, der empfindlicher ist als modernes Polyurethan.
Technische Daten von Gibson Les Paul Studio Session
| Typ | E-Gitarre, Solidbody mit Single Cutaway |
|---|---|
| Markteinführung | Dezember 2024 |
| Korpus | Mahagoni mit Ultra Modern Weight Relief |
| Decke | Geschnitzte AA-Flammenmaple-Kappe |
| Finish | Hochglanz-Nitrocelluloselack |
| Hals | Mahagoni, eingeleimt, modern konturierter Halsfuß |
| Halsprofil | SlimTaper |
| Griffbrett | Ebenholz mit einlagigem cremefarbenem Binding |
| Griffbrettradius | 12 Zoll (304,8 mm) |
| Einlagen | Acryl-Trapeze |
| Bünde | 22, Medium Jumbo |
| Mensur | 24,75 Zoll (628,65 mm) |
| Sattel | Graph Tech, 43,05 mm breit |
| Hals-Pickup | Gibson '57 Classic Humbucker, Alnico II, ca. 8 kOhm |
| Steg-Pickup | Gibson '57 Classic + Humbucker, leicht überwickelt, ca. 9 kOhm |
| Regler | Zwei Volume-Potis, jedes mit Push/Pull-Coil-Tap für den zugehörigen Pickup; Hals-Tone-Poti mit Push/Pull-Phasenumkehr (nur mit beiden Pickups in Mittelstellung hörbar); Steg-Tone-Poti mit Push/Pull-Pure-Bypass, der den Steg-Humbucker direkt an die Ausgangsbuchse legt und alle Volume- und Tone-Regler aus dem Signalweg nimmt; 3-Wege-Pickup-Schalter |
| Coil-Tap-Prinzip | Die Schraubenspule wird über einen Kondensator gefiltert statt nach Masse kurzgeschlossen – dadurch weniger Lautstärkeverlust und eine vollere Single-Coil-Stimme als bei einem klassischen Coil Split |
| Brücke | Nashville Tune-o-matic aus Aluminium, voll justierbar |
| Saitenhalter | Stop-Bar aus Aluminium |
| Mechaniken | Grover Rotomatic mit Keystone-Knöpfen |
| Hardware-Finish | Chrom |
| Potiknöpfe | Top-Hat-Form; Farbe variiert laut Händlerangaben je Finish |
| Schlagbrett | Schwarz |
| Ausgang | 6,3-mm-Klinkenbuchse |
| Gewicht | ca. 3,6-3,8 kg, je Einzelstück unterschiedlich |
| Koffer | Gibson Softshell-Case im Lieferumfang |
| Herstellungsland | USA (Gibson USA, Nashville, Tennessee) |
| Farben | Honey Burst, Bourbon Burst, Cobalt Burst, Translucent Ebony Burst; später u. a. Iguana Burst, Cherry und ein Dark Purple Burst als Exclusive |
| Einführungspreis | 1.999 USD / 1.899 GBP |
Preisverlauf für Gibson Les Paul Studio Session
Günstigster gesehener Preis: 1.375 EUR · Teuerster gesehener Preis: 2.785 EUR
Zur Geschichte von Gibson Les Paul Studio Session
Die Studio-Idee geht auf 1983 zurück, als Gibson eine erschwingliche Les Paul für Spieler wollte, die den Sound brauchten, aber nicht die Zierde. Bindings und Kopfplatten-Einlagen fielen weg, der Korpus wurde etwas dünner – mit der Begründung, im Aufnahmestudio höre niemand den Unterschied zwischen einer entschlackten Les Paul und einer Standard. Daher der Name. Über vier Jahrzehnte sammelte die Linie Nebenzweige an, von der balsa-gekammerten Studio Lite der mittleren Neunziger über P-90-bestückte Gem-Modelle bis zu den selbststimmenden Robot-Editionen, doch ihre Grundrolle blieb: der Einstieg in eine in den USA gebaute Les Paul. Die im Dezember 2024 vorgestellte Studio Session dreht Teile dieser Logik um. Zum Preis von 1.999 US-Dollar gegenüber 1.599 für die schlichte Studio beschreibt Gibson sie als aufgewertete Studio, entstanden aus Kundenrückmeldungen und Spielerwünschen, und als die Les Paul für Studiomusiker – genau die Ausstattungsmerkmale also, die die Ur-Studio bewusst weggelassen hatte, vor allem geflammte Decke und gebundenes Griffbrett, kommen zurück, und die Elektronik geht deutlich weiter als beim Standardmodell. Eingeführt wurde sie in Honey Burst, Bourbon Burst, Cobalt Burst und Translucent Ebony Burst; weitere Farben wie Iguana Burst, Cherry und ein Dark Purple Burst als Exclusive folgten im Laufe von 2025.
Über Gibson als Hersteller
Gibson führt sich auf Orville Gibson zurück, einen Instrumentenbauer, der ab Mitte der 1890er-Jahre in Kalamazoo, Michigan, Mandolinen und Gitarren mit geschnitzter, vom Geigenbau abgeleiteter Bauweise fertigte; die Gibson Mandolin-Guitar Manufacturing Company entstand 1902, nachdem er seinen Anteil an eine Gruppe ortsansässiger Geschäftsleute verkauft hatte. Die Firma hat einen Großteil ihrer Geschichte damit verbracht, Kategorien zu definieren statt ihnen zu folgen: Die ES-150 von 1936 gehörte zu den ersten kommerziell erfolgreichen E-Gitarren, und die Ära unter Ted McCarty ab den späten Vierzigern brachte 1952 das Les-Paul-Modell, die Tune-o-matic-Brücke, 1957 den Humbucker, die halbakustische ES-335 sowie Flying V und Explorer. Die Eigentümerverhältnisse wechselten mehrfach – Chicago Musical Instruments 1944, die Norlin-Ära ab 1969, ein Management-Buyout 1986 –, und die Produktion zog zwischen 1976 und 1984 von Kalamazoo nach Nashville. Ein Chapter-11-Verfahren vom Mai 2018 war im November desselben Jahres abgeschlossen; seither konzentriert sich das Unternehmen unter neuer Führung auf den Instrumentenbau, mit César Güikian als seit Juli 2023 bestätigtem Vorstandschef. E-Gitarren entstehen in Nashville, Akustikgitarren in Bozeman/Montana; zur Gruppe gehören außerdem Epiphone, Kramer, Steinberger, Mästro, Mesa/Boogie und KRK. Die Entwurfsphilosophie, die sich durch alles zieht, ist konservativ im besten Sinn: eingeleimte Hälse, geschnitzte Decken, Mahagoni und Maple, Alnico-Pickups mittlerer Ausgangsleistung und die Neigung, lange etablierte Formen zu verfeinern statt sie zu ersetzen.
Bekannte Spieler & Aufnahmen mit Gibson Les Paul Studio Session
Für genau diese Variante gibt es keine belegbare Artist-Zuordnung. Die Studio Session existiert erst seit Dezember 2024; ein dokumentierter Einsatz durch einen namentlich bekannten Spieler, ein Signature-Bezug oder eine identifizierbare Aufnahme mit exakt diesem Modell ließen sich nicht bestätigen. Gibson selbst positioniert sie als Instrument für Session- und Arbeitsmusiker und nicht über einen prominenten Endorser – was ins Bild passt: Die Studio-Linie war historisch ein Werkzeug, das man wegen seines Verhältnisses von Preis zu Substanz kauft, kein Modell, mit dem man sich fotografieren lässt. Alles andere hieße, die Reputation von Standard und Custom auszuleihen, und das sind andere Gitarren.
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