Allgemeine Darstellung des Instrumentenmodells, nicht das konkrete auf einer verlinkten Plattform angebotene Exemplar.
Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Preis: 1.890 EUR – 3.898 EUR
Preisverlauf
Verfügbarkeit: 9/10 (Häufig)
Fenders technisch aufwendigste Serien-Stratocaster in der Humbucker-Variante: eine in den USA gebaute Erle-Strat mit viertelgesägtem Modern-D-Hals aus Maple, Compound-Radius von 10 auf 14 Zoll, zwei Ultra II Noiseless Hot Singlecoils und einem Haymaker-Humbucker, den der S-1-Schalter im Volume-Knopf auf Singlecoil splittet.
Informationen zu Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Die American Ultra II Stratocaster HSS ist die Humbucker-Variante der Spitze von Fenders regulärer US-Produktion - die Stufe direkt unter dem Custom Shop, eingeführt mit der Ultra-II-Generation im Oktober 2024. Der Korpus besteht aus ausgesuchter Erle unter Hochglanz-Urethan, interessant sind aber die Stellen, die man fühlt und nicht sieht: die rückseitigen Konturen sind tiefer gefräst als bei jeder anderen Serien-Strat, und der Halsfuss ist dort, wo die Verbindung auf den Korpus trifft, gleichzeitig verjüngt und skulptiert - der Vierschrauben-Absatz ist damit am 17. Bund keine Wand mehr.
Der Hals ist aus viertelgesägtem (quartersawn) Maple. Das ist eine praktische, keine kosmetische Entscheidung: bei viertelgesägtem Holz verlaufen die Jahresringe näherungsweise senkrecht zur Griffbrettfläche, wodurch der Hals deutlich widerstandsfähiger gegen Verdrehen und jahreszeitliches Arbeiten ist als brettgesägtes Holz. Dazu kommen ein duennes Ultra-Satin-Urethan-Finish, ein Bi-Flex-Halsstab, der an der Kopfplatte statt am Halsfuss eingestellt wird, und ein Sattel aus Graph Tech TUSQ. Der Sattel ist eine der leisen Änderungen gegenüber der ersten Ultra-Generation, die noch Knochen verwendete: TUSQ ist ein selbstschmierendes Synthetikmaterial, die Kerben klemmen eine gezogene Saite oder die Rückkehr des Tremolos also seltener.
Beim Griffbrett teilt sich das Modell in zwei Versionen. Ebenholz-Griffbretter (Modellnummer 0119151) gibt es in Ultraburst, Noble Blue und Texas Tea, viertelgesägte Maple-Griffbretter (0119152) in Solar Flare und Sinister Red. Beide haben stark abgerundete Griffbrettkanten, 7-mm-Pearloid-Dots und Luminlay-Seitenpunkte - ein nachleuchtendes Material, das Licht speichert und auf dunkler Bühne glimmt; in der Ultra-II-Generation erstmals über eine komplette Fender-Serie hinweg verbaut.
Elektrisch ist das keine normale HSS-Strat. Am Steg sitzt ein abdeckungsloser Fender-Haymaker-Humbucker, ein mit dieser Generation eingeführter Tonabnehmer, der um Alnico-V-Barmagnete gewickelt ist und auf mittleres bis hohes Gain ausgelegt ist, ohne die Mitten zusammenfallen zu lassen oder die Saitentrennung zu verlieren. Hals und Mitte sind Ultra II Noiseless Hot Strat Singlecoils - die heissere Alnico-V-Variante von Fenders brummunterdrückender Konstruktion, nicht die Vintage-Version, die in der Ultra II mit drei Singlecoils steckt. Am Volume-Poti sitzt eine Treble-Bleed-Schaltung, damit Zurücknehmen die Gitarre nicht einfach nur dumpf macht.
Am deutlichsten sichtbar wird der Preis bei der Hardware: ein 2-Punkt-American-Ultra-Tremolo mit kaltgewalztem Stahlblock und polierten Edelstahl-Blockreitern, ein einsteckbarer Tremoloarm, gekapselte Deluxe-Klemmmechaniken mit kurzen Wickelposten für einen steileren Saitenwinkel am Sattel und ein einlagiges Pickguard aus anodisiertem Aluminium anstelle des üblichen Mehrschicht-Kunststoffs - es wirkt gleichzeitig als durchgehende Schirmung unter der Elektronik. Ein Deluxe-Formkoffer liegt bei. Wichtig beim Vergleichen von Datenblättern: manche Händlerlistings mischen die Limited-Edition-Versionen dieser Gitarre ein, die zusätzlich einen aktiven Ultra-Blaster-Boost mit bis zu 15 dB und teils einen Roasted-Maple-Hals haben. Das Standardmodell hat keinen eingebauten Boost. Die HSS gibt es ausserdem nur für Rechtshänder - die Linkshänder-Ultra-II-Strat ist die Version mit drei Singlecoils.
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Quelle: https://reverb.com/item/94605809-fender-american-ultra-ii-stratocaster-hss-eb-nbl-989
Klangcharakter von Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Das ist eine helle, modern abgestimmte Strat und keine Vintage-Strat, und der Grund sind die Tonabnehmer: die Ultra II Noiseless Hot Singlecoils sind die leistungsstärkere Alnico-V-Variante von Fenders brummunterdrückender Konstruktion - sie behalten die glasige Höhe und die abgesenkten Mitten einer Strat, treiben den Verstärker aber härter an und bleiben unter Zerre völlig ruhig. Das Ebenholzgriffbrett legt hörbar Höhenpräsenz obendrauf, am deutlichsten am Steg. Der Haymaker-Humbucker ist als Allrounder für mittleres bis hohes Gain abgestimmt, nicht als komprimierter Metal-Tonabnehmer: er verdichtet, ohne die Saitentrennung zu verwischen, und der S-1-Coil-Split führt ihn auf einen glaubwürdigen Singlecoil zurück statt auf eine duenne Annäherung. Die Zwischenpositionen zwei und vier behalten das klassische, perkussive Strat-Quaken, und der kaltgewalzte Stahlblock mit Edelstahlreitern gibt dem Anschlag eine härtere, obertonreichere Kante als eine Brücke mit Zinkblock.
Was Besitzer der Fender American Ultra II Stratocaster HSS sagen
Bei der Bespielbarkeit ist die Sache fast ausgemacht: abgerundete Griffbrettkanten, Ebenholzgriffbrett, Compound-Radius und Satinhals ergeben zusammen einen klaren Schritt über die American Professional II hinaus, und ein neues Exemplar kann sich schon beim Auspacken eingespielt anfühlen.
Das Modern-D-Profil ist die eigentliche Trennlinie. Für passende Hände ist es der bequemste Fender-Hals überhaupt, für andere bleibt der rundere American-Professional-Hals die bessere Wahl - diese Form sollte man vor Ort antesten statt ungesehen zu bestellen.
Bei der Elektronik ist das fehlende Singlecoil-Brummen ein klarer praktischer Gewinn für Bühne und Studio, auch wenn eine brummunterdrückende Konstruktion für Puristen einen echten Singlecoil nie ganz ersetzt. Der Haymaker liest sich als vielseitiger Allrounder im Umfeld eines Seymour Duncan JB, nicht als spezialisierter Highgain-Tonabnehmer, und der Coil-Split ist ein wirklich brauchbarer Klang, kein Feigenblatt - wobei Ebenholzgriffbrett und Stegposition mitunter etwas heller ausfallen, als manchen lieb ist.
Gewicht und eine recht zurückhaltende Farbauswahl bleiben die wiederkehrenden Kritikpunkte. Stärker wiegt bei diesem Preis die Qualitätskontrolle: die meisten Exemplare sind hervorragend, doch gelegentlich tauchen Stimminstabilität, Bundschnarren oder Lackfehler bei Lieferung auf, die erst ein professionelles Setup beheben muss, bevor sich die Gitarre von ihrer besten Seite zeigt. Die Serie ist noch jung genug, dass sich das Gesamtbild weiter füllt.
Bespielbarkeit & Handling von Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Die Halsform heisst bei Fender Modern D und ist der mit Abstand umstrittenste Punkt an dieser Gitarre. Gegenüber dem Modern C der American-Professional-Reihe ist sie etwa gleich tief, aber im Rücken flacher ausgeformt, mit ausgeprägteren Schultern dort, wo die Handfläche liegt - und sie wird in Richtung 12. Bund kaum dicker. Fender veröffentlicht Tiefenmasse nur für die erste Ultra-Generation, die das gleiche Profil verwendet: rund 20,8 mm am 1. Bund und 22,1 mm am 12. Wer mit dieser Form zurechtkommt, beschreibt sie als den bequemsten Fender-Hals im eigenen Bestand; wer ein runderes C bevorzugt, weiss meist innerhalb einer Minute, dass es nichts für ihn ist. Also besser antesten als blind bestellen.
Der Compound-Radius von 10 auf 14 Zoll tut genau das, was er soll: unten bleibt genug Wölbung für bequeme Akkordgriffe, das flachere obere Ende lässt Bendings von anderthalb Halbtönen zu, ohne dass die Saite abstirbt. Zusammen mit den stark abgerundeten Griffbrettkanten und dem duennen Satinfinish fühlt sich ein neues Exemplar eher eingespielt als neu an. Der verjüngte, skulptierte Halsfuss und die tieferen Rückenkonturen machen die obersten drei bis vier Bünde wirklich nutzbar - das ist das wichtigste ergonomische Argument der Ultra-Reihe gegenüber einer traditionellen Strat.
Das Gewicht ist der ehrliche Einwand. Dokumentiert sind Exemplare mit etwa 3,65 bis 3,9 kg, was für eine Erle-Strat am oberen Ende liegt; Tester nennen das für lange Sets ausdrücklich als Nachteil. Im Alltag sorgen die Klemmmechaniken für schnelle Saitenwechsel, und der einsteckbare Tremoloarm lässt sich ohne Werkzeug einsetzen und abziehen; er schwenkt frei statt in einer festgeschraubten Position, bleibt also dort stehen, wo man ihn ablegt. Die Luminlay-Seitenpunkte sind ein kleines Detail, das sich auf dunkler Bühne rechtfertigt.
Empfohlenes Zubehör & Saiten für Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Die Gitarre verlässt das Werk mit Fender-USA-250L-Saiten aus nickelbeschichtetem Stahl in .009-.042, und das Setup - Halsstab, Reiterhöhen und vor allem die Federspannung hinter dem 2-Punkt-Tremolo - ist auf diese Zugkraft eingestellt. Beim 9-42-Satz zu bleiben ist der bequeme Weg; ein Wechsel auf .010-.046 ist völlig legitim, bedeutet aber, die Tremolofedern nachzuspannen und den Halsstab anzufassen, sonst steht die Brücke im falschen Winkel und die Gitarre zieht sich bei Bendings nach oben. Also lieber ein richtiges Setup einplanen als nur einen Saitenwechsel.
Die Pflege unterscheidet sich je nach Version. Ein Ebenholzgriffbrett ist dicht und braucht nur gelegentlich sparsam Öl - deutlich weniger als Palisander. Die Maple-Variante ist lackiert und will nichts weiter als Abwischen; Öl hat dort nichts zu suchen. Der Graph-Tech-TUSQ-Sattel ist selbstschmierend, der alte Graphit-in-die-Kerbe-Trick ist also unnötig. Einen Ersatz-Tremoloarm als Verschleissteil im Hinterkopf behalten, und ein Saitenkurbel ist auch mit Klemmmechaniken noch nützlich.
Bei der Verstärkung will die HSS-Bestückung tatsächlich zwei verschiedene Dinge, und das sollte man einplanen. Die Positionen zwei bis fünf mit den Ultra II Noiseless Hot Singlecoils sind vor einer klassischen Fender-Clean-Schaltung mit viel Headroom zu Hause - also im Umfeld der Blackface-Combos. Der Haymaker am Steg verlangt einen mittentauglichen Overdrive oder Highgain-Kanal, ob Röhre oder Modeler. Wer nur einen Verstärker kauft, deckt mit einem cleanen Pedalplattform-Combo plus gutem Overdrive und Distortion beide Seiten ab. Weil am Volume-Poti eine Treble-Bleed-Schaltung sitzt, lässt es sich sinnvoll als Gainregler nutzen - das passt besser zu einem transparenten Overdrive, der aufräumt, als zu einem stark komprimierenden Fuzz. Praktische Kleinigkeiten: ein Winkelstecker passt gut zur schräg eingesetzten Strat-Buchse, Gurtpins mit Sicherung sind bei einer Gitarre mit 2-Punkt-Tremolo sinnvoll, und der Deluxe-Formkoffer liegt bereits bei - ein Gigbag ist also optional, nicht notwendig.
Technische Daten von Fender American Ultra II Stratocaster HSS
| Herstellungsland | USA |
|---|---|
| Halsprofil | Modern "D" |
| Griffbrettradius | 10" auf 14" Compound (254-356 mm) |
| Mensur | 25,5" (648 mm) |
| Sattel | Graph Tech TUSQ, 1.685" (42,8 mm) breit |
| Einlagen | 7-mm-Pearloid-Dots (weiss auf Ebenholz, schwarz auf Maple), enge Teilung; nachleuchtende Luminlay-Seitenpunkte |
| Tonabnehmer | Steg: Fender Haymaker Humbucker (ohne Abdeckung, Alnico-V-Barmagnete); Mitte und Hals: Ultra II Noiseless Hot Strat Singlecoils |
| Mechaniken | Gekapselte Deluxe-Klemmmechaniken, kurze Wickelposten |
| Hardware-Finish | Nickel/Chrom |
| Pickguard | Einlagig, anodisiertes Aluminium |
| Werkssaiten | Fender USA 250L, nickelbeschichteter Stahl, .009-.042 |
| Farben | Ultraburst, Noble Blue, Texas Tea (Ebenholzgriffbrett); Solar Flare, Sinister Red (Maple-Griffbrett) |
| Koffer | Deluxe-Formkoffer im Lieferumfang |
| Listenpreis zum Launch | 2.249,99 USD / 2.299 GBP |
| Typ | E-Gitarre mit Vollkorpus, Stratocaster, HSS-Bestückung |
| Eingeführt | Serie American Ultra II, Oktober 2024 (laufendes Serienmodell) |
| Korpus | Ausgesuchte Erle, Hochglanz-Urethan, tief gefräste "Ultra"-Konturen auf der Rückseite |
| Hals | Viertelgesägtes Maple, verschraubt (4 Schrauben) mit verjüngtem, skulptiertem Halsfuss, Ultra-Satin-Urethan-Finish, Bi-Flex-Halsstab, an der Kopfplatte einstellbar |
| Griffbrett | Ebenholz (Modell 0119151) oder viertelgesägtes Maple (Modell 0119152), abgerundete Griffbrettkanten (Ultra Rolled Edges) |
| Bünde | 22, Medium Jumbo, Nickel |
| Regler | Master Volume mit integriertem Push-Push-S-1-Schalter (splittet den Haymaker-Humbucker auf Singlecoil), Tone 1 für Hals- und Mitten-Tonabnehmer, Tone 2 für den Steg-Tonabnehmer, 5-Weg-Blade-Schalter; Treble-Bleed-Schaltung am Volume-Poti; gummierte Soft-Touch-Knöpfe |
| Brücke | 2-Punkt-American-Ultra-Tremolo, kaltgewalzter Stahlblock, polierte Edelstahl-Blockreiter, einsteckbarer Tremoloarm |
| Gewicht | ca. 3,65-3,9 kg, exemplarabhängig |
| Händigkeit | Nur Rechtshänder (die Linkshänder-Ultra-II-Stratocaster ist die Version mit drei Singlecoils) |
Preisverlauf für Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Günstigster gesehener Preis: 1.890 EUR · Teuerster gesehener Preis: 3.898 EUR
Zur Geschichte von Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Dieses Modell steht in einer klar bestimmbaren Erbfolge innerhalb von Fenders US-Katalog. Die American Ultra kam 2019 als Nachfolgerin der American Elite und übernahm die Rolle der technisch am dichtesten ausgestatteten Serien-Fender - moderner Hals, Compound-Radius, Noiseless-Tonabnehmer, S-1-Schaltung. Die American Ultra II, angekündigt am 15. Oktober 2024 und ab dem 19. Oktober im Handel, ist dieses Konzept überarbeitet statt nur neu eingekleidet, und Fender war ungewöhnlich offen darueber, woher die Ideen kamen: Spielgefühl und Schnelligkeit der eigenen Performance-Marken Charvel, EVH und Jackson sollten in eine Gitarre wandern, die weiter wie eine Stratocaster aussieht.
Für die HSS-Version sind die Änderungen gegenüber der ersten Generation substanziell, nicht kosmetisch. Der Steg-Humbucker wechselte vom Ultra Double Tap zum neuen Haymaker. Die Singlecoils gingen von Ultra Noiseless Hot zu neu abgestimmten Ultra II Noiseless Hot. Die Palisander-Griffbrettoption wurde durch Ebenholz ersetzt, der Knochensattel durch Graph Tech TUSQ und das mehrlagige Kunststoff-Pickguard durch einlagiges, anodisiertes Aluminium. Der Hals ist jetzt ausdrücklich viertelgesägtes Maple. Das Tremolo bekam einen kaltgewalzten Stahlblock und polierte Edelstahl-Blockreiter, die rückseitigen Korpuskonturen wurden tiefer gefräst, und jedes Instrument der Serie erhielt Luminlay-Seitenpunkte - laut Fender das erste Mal, dass das über eine komplette Fender-Serie hinweg gemacht wurde.
Die HSS startete bei 2.249,99 US-Dollar, knapp über der Version mit drei Singlecoils, und ist die Bestückung, mit der Fender Spieler anspricht, die mit einer Gitarre cleane Strat-Arbeit und Highgain-Rhythmus abdecken wollen. Eine bemerkenswerte Lücke: als die Serie eine Linkshänder-Stratocaster nachlegte, war es das Modell mit drei Singlecoils, nicht dieses. Seit dem Start hat Fender ausserdem Limited-Edition-Versionen der Ultra II Strat HSS mit eingebautem Ultra-Blaster-Boost und teils Roasted-Maple-Hälsen aufgelegt - Varianten, die man beim Lesen von Händler-Datenblättern leicht mit dem Standardmodell verwechselt.
Über Fender als Hersteller
Fender begann als Reparaturwerkstatt: Leo Fender eröffnete Ende 1938 in Fullerton, Kalifornien, den Fender's Radio Service, baute Anfang der 1940er mit Doc Kauffman als K&F Manufacturing Verstärker und Lap Steels und gründete 1946, nach dem Ende dieser Partnerschaft, die Fender Electric Instrument Company. Was in den folgenden vier Jahren entstand, hat das Instrument neu definiert: Esquire und Broadcaster von 1950 - nach einem Markeneinwand von Gretsch in Telecaster umbenannt -, Precision Bass und Bassman-Verstärker von 1951 und 1954 die Stratocaster, entwickelt mit Bill Carson, George Fullerton und Freddie Tavares als erste Gitarre mit drei Tonabnehmern, federgelagertem Vibratosystem und konturiertem Korpus.
Die prägende Idee der Firma war nie Handwerk als Mystik, sondern industrielle Logik: verschraubte Hälse, flache Vollkorpusbretter, standardisierte Teile. Ein so gebautes Instrument lässt sich in Menge herstellen, schnell einstellen und Bauteil für Bauteil reparieren oder aufwerten - genau deshalb sind siebzig Jahre alte Fender-Konstruktionen bis heute wartbar und ist die Strat die Standardplattform für Umbauten. Leo Fender verkaufte das Unternehmen im Januar 1965 für 13 Millionen Dollar an CBS; eine Investorengruppe um Bill Schultz kaufte es 1985 für 12,5 Millionen zurück und gründete die Fender Musical Instruments Corporation. Die US-Produktion wurde in Corona, Kalifornien, zusammengefasst, wo 1987 auch der Custom Shop eröffnete; aus derselben Zeit stammt das zweite Werk in Ensenada, Mexiko. Mehrheitseigner ist seit 2020 Servco Pacific.
In der Praxis ist Fenders Katalog eine Leiter, die sich nach Produktionsort und Anteil an Handarbeit staffelt - von Squier über die in Mexiko gebaute Player-Reihe und die US-Baureihen American Performer und American Professional bis zur American Ultra, mit dem Custom Shop über allem. Die American Ultra II steht an der Spitze dieser regulären Serienleiter, und genau das spiegelt ihr Preis.
Bekannte Spieler & Aufnahmen mit Fender American Ultra II Stratocaster HSS
Zuerst die ehrliche Antwort: kein Künstler ist öffentlich belegbar mit genau diesem Modell - der Ultra II Stratocaster HSS - als Hauptinstrument dokumentiert. Die Serie ist erst seit Oktober 2024 am Markt, und Fenders Künstlerprogramm läuft über Signature-Modelle und Vintage-Reissues, nicht über die Ultra-Reihe, die sich an arbeitende Musiker statt an prominente Endorsements richtet.
Belegbar ist: in Fenders eigener Ultra-II-Launchkampagne und in den Demo- und Pure-Play-Videos waren über die Serie hinweg unter anderem John 5, Jö Lally, Lawrence Ku und Felix Pastorius zu sehen - Gitarren wie Bässe. Das zeigt eher die angepeilte Zielgruppe als das Live-Setup eines dieser Spieler.
Zum Kontext: die Stratocaster als Konstruktion wird unter anderem von Jimi Hendrix, Eric Clapton, Stevie Ray Vaughan, David Gilmour, Mark Knopfler, Buddy Holly, Bonnie Raitt, Nile Rodgers und John Mayer gespielt - keiner dieser Namen gehört jedoch zu diesem Modell, und die hier verbaute HSS-Bestückung mit Humbucker am Steg ist eine moderne Rock- und Metal-Idee, kein Teil dieser klassischen Linie.
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