Allgemeine Darstellung des Instrumentenmodells, nicht das konkrete auf einer verlinkten Plattform angebotene Exemplar.
Gibson Les Paul Standard '50s
Preis: 1.736 EUR – 3.250 EUR
Preisverlauf
Verfügbarkeit: 9/10 (Häufig)
Gibsons Rückkehr 2019 zu einem wirklich vintage-korrekten Standard: Mahagonikorpus mit geschnitztem Ahorn-Top ohne Gewichtsentlastung, rundes '50s-Halsprofil und ein Burstbucker-1/2-Paar mit bewusst ungematchter Wicklung, das die Streuung echter früher PAFs nachbilden soll. Es ist die erste wirklich altmodisch spezifizierte Version des Namens seit den technikbetonten Standards der 2000er und 2010er - entstanden aus Gibsons Neuaufstellung nach der Insolvenz unter neuer Führung.
Informationen zu Gibson Les Paul Standard '50s
Dieser Standard gehört zu Gibsons "Original Collection" von 2019, der Serie, die bewusst zurück- statt vorausblicken wollte. Das Rezept ist das klassische Les-Paul-Rezept, kompromisslos gegenüber dem Gewicht umgesetzt: ein Mahagonirücken mit geschnitztem Ahorn-Top (schlicht bei den Plain-Top-Finishes, geflammt oder AAA-graded bei den höherwertigen), ein eingeleimter Mahagonihals und ein gebundenes Palisandergriffbrett mit Trapez-Einlagen und 12-Zoll-Radius. Von den Korpus-Kammerungs-Experimenten, die Gibson bei früheren Standards ausprobiert hatte, ist hier nichts zu finden - bewusst eine massive Platte.
Das Detail, das dieses Tonabnehmerpaar von einer gewöhnlichen Reissue-Bestückung unterscheidet, steckt in der Elektronik. Burstbucker 1 (Hals) und Burstbucker 2 (Steg) arbeiten beide mit Alnico-II-Magneten, doch Gibson wickelt die beiden Spulen jedes Tonabnehmers absichtlich auf leicht unterschiedliche Werte - "period-correct unmatched windings", in Gibsons eigener Formulierung - statt der identischen, maschinell gematchten Spulen, wie sie die meisten modernen Humbucker verwenden. Die Idee dahinter: die leichte Asymmetrie nachbilden, die echten PAFs der späten 1950er ihren besonderen Charakter gab - ein Grad an bewusster Unvollkommenheit, den man selten so offen auf einem Datenblatt liest. Die Elektronik ist handverdrahtet mit Orange-Drop-Kondensatoren und Audio-Taper-Potis, ein Bau-Detail, das Gibson als näher an der Bauweise vor der Ära gedruckter Schaltungen bewirbt.
Das Finish ist durchgängig Nitrocellulose-Lack, und die Bünde werden auf einer Plek-Pro-Maschine bearbeitet - ein moderner Qualitätssicherungsschritt in einem ansonsten bewusst altmodisch gebauten Instrument.
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Quelle: https://reverb.com/item/101328876-gibson-les-paul-standard-50s-2019-present
Klangcharakter von Gibson Les Paul Standard '50s
Das Burstbucker-1/2-Paar, beide auf Alnico-II-Magneten, aber innerhalb jedes Tonabnehmers bewusst auf ungleiche Werte gewickelt, zielt auf denselben leicht unregelmäßigen, organischen Charakter, für den echte PAFs der späten 1950er geschätzt werden, statt auf einen sauberen, modern gematchten Klang. In der Praxis äußert sich das als zusätzliche Komplexität und Tiefe gegenüber früheren Serien-Standards - Tester heben besonders die Mittelposition als ausdrucksstark für Soli hervor, während der Stegtonabnehmer bei hartem Anschlag etwas brachial werden kann, passend zu einer höher ausgesteuerten Les-Paul-Stimme. Ohne Gewichtsentlastung und mit massivem Mahagoni-Ahorn-Korpus darunter fällt die Ansprache insgesamt dicht und resonant statt luftig aus - das klassische mittenbetonte Les-Paul-Growl, vom Halstonabnehmer gewärmt und vom Stegtonabnehmer geschärft.
Was Besitzer der Gibson Les Paul Standard '50s sagen
Verarbeitung und Finish dieser Gitarren rufen einen auffällig konsistenten Vergleich hervor: Besitzer setzen sie eher zur eigenen jüngeren Vergangenheit von Gibson in Bezug als zur Konkurrenz und beschreiben die Bauqualität als klar verbessert seit dem Eigentümerwechsel - ein gut dokumentiertes Exemplar aus Herbst 2019 wurde als besser verarbeitet hervorgehoben als jeder Standard, den der Besitzer in den zwanzig Jahren davor in der Hand hatte.
Der Hals spaltet die Meinungen mehr als fast alles andere an diesem Instrument. Er wirkt substanziell in der Hand, näher an einem echten '50s-Profil als die schlankeren Hälse, die Gibson in den Jahren direkt zuvor auslieferte, und während die meisten Spieler genau das als den Sinn der Sache beschreiben, ist es klar nicht für alle so - manche finden ihn größer als erwartet und sollten ihn vor einem Blindkauf in der Hand gehabt haben. Das Gewicht gilt als bekannter, akzeptierter Kompromiss des Verzichts auf Entlastungskammern, nicht als Mangel: Es liegt tendenziell im schwereren Bereich, einzelne Exemplare streuen, und ein leichtes gilt eher als Glücksfund denn als Norm.
Bespielbarkeit & Handling von Gibson Les Paul Standard '50s
Im Praxistest von guitar.com wirkte das Halsprofil wie ein mittleres, rundes C näher an einem 1959er-Profil als der spürbar dickere Baseballschläger, den manche Spieler unter einem "'50s-Hals" erwarten - die Verjüngung zum 12. Bund fällt gleichmäßiger und sanfter aus, was der Tester als volleres Gefühl in der Hand beschrieb, ohne unhandlich zu wirken. Community-Berichte sind an dieser Stelle gemischter: Mehrere Besitzer beschreiben den Hals als größer als erwartet, und Spieler mit kleineren Händen merkten an, dass man sich mit einem wirklich klobigen Hals anfreunden können sollte, bevor man ungesehen kauft.
Das Gewicht ist der ehrliche Preis des Bauens ohne Entlastungskammern. Das Testexemplar lag bei knapp unter 9 lb und "balanciert gut, ob sitzend oder stehend", aber breitere Community-Berichte über die Produktion 2019-2023 verorten die meisten Exemplare zwischen etwa 9 und 10,5 lb (rund 4,1 bis 4,8 kg), gelegentlich mehr - es gibt echte Streuung von Gitarre zu Gitarre, da Gibson hier nicht gezielt nach Mahagoni-Dichte selektiert. Die Werkseinstellung wurde für korrekte Intonation ohne nötige Saddle-Nacharbeit gelobt, was bei vintage-spezifizierten Reissue-artigen Instrumenten nicht selbstverständlich ist.
Empfohlenes Zubehör & Saiten für Gibson Les Paul Standard '50s
Die 24,75-Zoll-Mensur nimmt denselben Satz .010-.046 auf, mit dem die meisten Les Pauls ausgeliefert werden; die kürzere Mensur hält die Spannung auch bei dieser Stärke angenehm, wer mehr Widerstand unter den Fingern möchte, greift eher zu .011ern statt auf einer längeren Mensur dickere Saiten zu wählen. Angesichts des Gewichts, das dieses Instrument tatsächlich erreichen kann (bei manchen Exemplaren bis zu 10,5 lb), lohnt sich ein wirklich breiter, gepolsterter Gurt mehr als ein dünner im Vintage-Stil.
Weil das Finish Nitrocellulose statt Polyurethan ist, lohnt es sich, weiche PVC-basierte Schaumstoff- oder Vinylpolsterungen mancher günstiger Ständer und Gigbags zu meiden, die mit Nitrolack über Zeit reagieren können - der von Gibson mitgelieferte Hartschalenkoffer ist hier die sicherere Lagerungswahl. Klanglich passt die Burstbucker-1/2-Kombination zu denselben Verstärkerfamilien wie die meisten PAF-artigen Les Pauls: EL34-basierte, britisch geprägte Topteile betonen den Biss des Stegtonabnehmers, kleinere EL84- oder Tweed-Combos lassen die wärmere, gesanglichere Seite des Halstonabnehmers durchkommen.
Technische Daten von Gibson Les Paul Standard '50s
| Bauform | Solidbody-E-Gitarre, Single Cutaway, eingeleimter Hals (Set Neck) |
|---|---|
| Kollektion | Gibson USA Original Collection, eingeführt 2019 (Nashville, Tennessee) |
| Korpus | Mahagonirücken mit geschnitztem Ahorn-Top (schlicht oder geflammt/AAA je nach Finish); keine Gewichtsentlastung |
| Hals | Mahagoni, eingeleimt (Set Neck) |
| Halsprofil | '50s-Vintage-Rundprofil; das von guitar.com getestete Exemplar wirkte eher wie ein mittleres 1959er-Profil als ein übertriebener Mitte-50er-Baseballschläger |
| Griffbrett | Gebundenes Palisander (Indian Rosewood), 12 Zoll Radius |
| Bünde / Mensur | 22 Medium-Jumbo-Bünde, Plek-Pro-bearbeitet; 24,75 Zoll Mensur |
| Einlagen | Trapez, Perloid |
| Sattel | GraphTech, ca. 1,695 Zoll (43 mm) Breite |
| Tonabnehmer | Burstbucker 1 (Hals) und Burstbucker 2 (Steg), Alnico-II-Magnete, bewusst ungematchte Spulenwicklung je Tonabnehmer zur Nachbildung der Streuung echter PAFs |
| Regler | Zwei Volume- und zwei Tone-Regler (handverdrahtet, Orange-Drop-Kondensatoren, Audio-Taper-Potis), dazu ein Dreiweg-Kippschalter; durchgehend passiv, kein Coil Split, keine Batterie |
| Brücke / Saitenhalter | ABR-1-Tune-o-matic-Brücke mit Aluminium-Stopbar-Saitenhalter |
| Mechaniken | Vintage-Deluxe-Mechaniken mit Keystone-Knöpfen |
| Finish | Nitrocellulose-Lack |
| Gewicht | Keine offizielle Werksangabe; dokumentierte Exemplare aus der Produktion 2019-2023 liegen meist zwischen ca. 9 und 10,5 lb (4,1-4,8 kg), vereinzelt leichter oder schwerer |
| Koffer | Gibson-Hartschalenkoffer im Lieferumfang |
| Hinweis zur Namensgebung | Ersetzt ab 2019 den bisherigen 'Les Paul Traditional' als Gibsons vintage-spezifizierten Standard; die technikbetonten Vor-2019-Standard-Features (Locking-Mechaniken, Gewichtsentlastung, Coil-Splitting) wanderten in die separate Les-Paul-Modern-Linie |
Preisverlauf für Gibson Les Paul Standard '50s
Günstigster gesehener Preis: 1.736 EUR · Teuerster gesehener Preis: 3.250 EUR
Zur Geschichte von Gibson Les Paul Standard '50s
Der Name selbst ist sechs Jahrzehnte älter als dieses konkrete Instrument. Gibson brachte die Solidbody-"Les Paul Model" 1952 in Gold-Finish heraus; 1958 benannte das Unternehmen sie in "Les Paul Standard" um und wechselte zum Cherry-Sunburst-Finish, das das Modell prägen sollte. Nur 1.712 Standards entstanden zwischen 1958 und 1960, bevor Gibson das Design wieder einstellte - damals eine kommerzielle Enttäuschung, später als wohl begehrteste E-Gitarre überhaupt anerkannt, das Instrument hinter Duane Allmans Cherry Burst und Peter Greens "Greeny".
Die unmittelbarere Vorgeschichte der 2019er-Gitarre ist eine Identitätskrise bei Gibson. Über die 2000er und 2010er hinweg driftete der Name "Les Paul Standard" in Richtung stärkerer Modernisierung - Locking-Mechaniken, gewichtsentlastete Korpusse, erweiterte Elektronik mit Coil-Splitting -, während eine separate Linie namens "Les Paul Traditional" leise die vintage-korrektere Spezifikation für jene führte, die sie wollten. Diese Aufspaltung endete 2019. Gibson, im Mai 2018 in die Chapter-11-Insolvenz gegangen und im November desselben Jahres unter neuer Eigentümerschaft und neuer Führung wieder hervorgegangen, nutzte die NAMM 2019, um die vintage-korrekte DNA des Traditional direkt in einen umbenannten, zweigeteilten Standard zu überführen - '50s (rundlicherer Hals, dieses Modell) und '60s (schlankerer Hals) -, während die technikbetonte Richtung in eine separate "Modern"-Kollektion ausgelagert wurde. Der Name Traditional wurde eingestellt. Ein seltener Fall, in dem ein Hersteller öffentlich eingestand, dass ein Namensschema nicht funktioniert hatte, und es in einem Schritt vereinfachte.
Über Gibson als Hersteller
Gibsons Wurzeln reichen zu Orville Gibson zurück, der ab 1894 in Kalamazoo, Michigan Instrumente baute; die Firma wurde 1902 offiziell gegründet. Die Geschichte, die dieses konkrete Instrument prägt, beginnt jedoch im Mai 2018, als Gibson Brands Chapter-11-Insolvenzschutz beantragte - Ergebnis einer überschuldeten Expansion in die Unterhaltungselektronik (die Sparte Gibson Innovations), nicht eines Scheiterns des eigentlichen Gitarrengeschäfts. Die Restrukturierung eliminierte rund 500 Millionen Dollar Schulden, übertrug das Eigentum an eine Gläubigergruppe um KKR Credit Advisors, Silver Point Capital und Melody Capital und schloss im November 2018 ab.
Im selben Monat wurde Langzeit-Chef Henry Juszkiewicz durch James "JC" Curleigh ersetzt, zuvor Manager bei Levi Strauss, gemeinsam mit einer weitgehend neuen Führungsriege inklusive Cesar Gueikian als Chief Merchant. Die erste große öffentliche Richtungsaussage kam bei der NAMM 2019: Gibson beschrieb den Plan als "Refokussierung auf unser Kernsortiment an Gitarren", nach dem, was das neue Team als Zuhör-Tour mit Händlern, Künstlern und Spielern bezeichnete. Das Ergebnis waren zwei neu aufgestellte Kollektionen - Original, die die vintage-korrekten Spezifikationen dieses Instruments feiert, und Modern, für Spieler, die die technikbetonten Features wollten, die sich beim alten Standard angesammelt hatten. Es war Gibsons deutlichster öffentlicher Neustart seit die Gitarren der Norlin-Ära der 1970er und 80er der Marke ihren schlechtesten Ruf einbrachten, und die '50s-/'60s-Standards gehörten zu den ersten Produkten, die diesen Neustart in die Läden brachten.
Bekannte Spieler & Aufnahmen mit Gibson Les Paul Standard '50s
Eine wichtige Unterscheidung vorweg: Die Spieler, die am engsten mit dem Namen "Les Paul Standard" verbunden sind, spielten die Original-Instrumente von 1958 bis 1960, nicht diese Serienproduktion ab 2019. Duane Allmans Cherry Burst - 1970 erworben und durchgängig auf "At Fillmore East" zu hören - und Peter Greens 1959er "Greeny", später im Besitz von Gary Moore und auf Fleetwood-Mac-Stücken wie "Black Magic Woman", "Oh Well" und "The Green Manalishi" zu hören, sind beide echte Standards aus jenem dreijährigen Produktionsfenster - heute als unersetzliche Originale versichert oder durch Custom-Shop-Historic-Nachbauten vertreten, nicht durch dieses reguläre Serienmodell.
Es gibt keine verifizierten aktuellen Endorsements oder dokumentierten Bühneneinsätze, die einen konkreten Touring-Künstler speziell mit diesem modernen '50s-Standard verbinden - was ehrlich ist, denn Profis mit Gibson-Beziehungen greifen häufiger zu Custom-Shop-Historics oder persönlichen Les Paul Customs. Was diese Gitarre stattdessen bietet, ist dasselbe zugrunde liegende Rezept - Mahagoni-und-Ahorn-Korpus, PAF-artige Humbucker, ungewichtsentlastet -, das jene Instrumente berühmt machte, zu einem Bruchteil des Preises eines Vintage-Bursts und ohne angehängten Signature-Namen.
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