E-Gitarre

Gibson SG Standard

Gibson · SG Standard (2019 - Present)

Preis: 1.000 EUR – 2.187 EUR

Preisverlauf 04.09.2026 19.09.2026
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Verfügbarkeit: 9/10 (Häufig)

Die Gitarre, die entstand, als Gibson aufhörte, Les Paul zu seiner eigenen Signature-Linie zu befragen: ein duenner, doppel-cutaway Mahagonikorpus, deutlich leichter als eine Les Paul, mit einem Hals, der - entgegen jahrzehntelanger gegenteiliger Annahme - laut Gibsons eigenem Datenblatt aus Ahorn besteht, nicht aus Mahagoni. Die 2019er-Original-Collection-Version verbindet diese Form mit der vertrauten 490R/490T-Humbucker-Bestückung und einem auf Geschwindigkeit ausgelegten Slim-Taper-Profil.

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Informationen zu Gibson SG Standard

Hier ein Detail, das selbst erfahrene Spieler überrascht: Gibsons eigenes offizielles Datenblatt für dieses Modell führt das Halsmaterial als Ahorn, nicht Mahagoni. Das ist eine naheliegende Fehlannahme, denn der Korpus ist zweifellos Mahagoni, und die meisten Marketingtexte beschreiben die Bauweise der Gitarre nur allgemein - aber das Halsholz der SG hat sich bei dieser Spezifikation tatsächlich vom Korpusholz unterschieden, ein Fakt, den man prüfen sollte, bevor man die verbreitete Annahme wiederholt, eine SG sei von der Kopfplatte bis zum Gurtknopf durchgehend Mahagoni.

Alles andere folgt der prägenden Logik der Form: ein duenner, doppel-cutaway Mahagonikorpus ohne das geschnitzte Ahorn-Top, das einer Les Paul Gewicht und Resonanz verleiht, kombiniert mit einem Palisandergriffbrett, 12-Zoll-Radius und Acryl-Trapez-Einlagen. Das Slim-Taper-Halsprofil ist auf Geschwindigkeit ausgelegt statt auf den voluminösen Griff eines 50er-Les-Paul-Carves, und kryogen behandelte Bünde - ein Kältehärtungsprozess, der Bundhärte und Haltbarkeit verbessern soll - sitzen unter 22 Bünden auf derselben 24,75-Zoll-Mensur wie bei der Les Paul, während sich die Korpuskonstruktion komplett unterscheidet.

Die Hardware bleibt schlicht: Aluminium-Tune-o-matic-Brücke und Aluminium-Stopbar-Tailpiece, Grover-Kidney-Mechaniken in Chrom und ein fünflagiges Full-Face-Pickguard - eine optische Reminiszenz an die SG-Hochzeit der 1960er ebenso wie ein Funktionsteil.

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Quelle: https://reverb.com/item/94736073-gibson-sg-standard-2019-present-heritage-cherry

Klangcharakter von Gibson SG Standard

Die 490R/490T-Tonabnehmer-Kombination ist dieselbe wie beim bereits recherchierten Les Paul Studio 1990-1997 dieser Session, der grundlegende Pickup-Charakter - eine nahezu vintage-humbucker-artige Wärme vom Alnico-II-490R-Halstonabnehmer, eine hellere, heissere Alnico-V-498T-Familien-Steg-Stimme - überträgt sich also direkt. Was sich ändert, ist der Korpus, in dem sie sitzen: ohne geschnitzte Ahorndecke, die Masse und Dichte hinzufügt, tendiert der duennere Mahagoni-SG-Korpus zu einer etwas offeneren, weniger komprimierten Resonanz als dieselben Tonabnehmer in einer vollen Les Paul - ein breit anerkannter und häufig diskutierter, kein subtiler Unterschied zwischen den beiden Gibson-Formen.

Die kürzere 24,75-Zoll-Mensur erhält die charakteristisch geringere Saitenspannung und das leichtere Bending, das beide Formen teilen, der klangliche Unterschied zwischen einer SG und einer Les Paul mit identischen Tonabnehmern läuft also fast ausschliesslich auf Korpusmasse und Bauweise hinaus, nicht auf Mensur oder Elektronik.

Hell Punchig Mittenbetont Resonant

Was Besitzer der Gibson SG Standard sagen

Der Gewichtsvergleich zur Les Paul dominiert Besitzer-Diskussionen der SG-Form mehr als fast jedes andere Einzelthema: Spieler beschreiben durchgängig die drastische Gewichtsreduktion als den zentralen praktischen Vorteil, besonders für lange Gigs, während Neck Dive als der ehrliche Kompromiss anerkannt wird, der damit einhergeht. Keiner der beiden Punkte ist innerhalb der Community umstritten - beide gelten als einfach wahr und gut verstanden statt diskutiert.

Der überraschend verbreitete Irrtum zum Halsholz (viele Spieler nehmen an, es passe zum Mahagonikorpus, während Gibsons eigenes Datenblatt für dieses Modell Ahorn nennt) taucht in beiläufigen Reviews kaum auf, die sich meist auf Korpus und Tonabnehmer konzentrieren - das ist die Art Detail, die nur auftaucht, wenn jemand tatsächlich das Werks-Datenblatt prüft, statt sich auf allgemeine Vorstellungen zu verlassen, woraus eine SG eigentlich gebaut sein sollte.

Bespielbarkeit & Handling von Gibson SG Standard

Die SG-Form trägt einen gut dokumentierten strukturellen Kompromiss, der für dieses Modell ebenso gilt wie für jede seit 1961 gebaute SG: Neck Dive. Weil der Hals den Korpus um den 22. statt den bei einer Les Paul typischen 16./17. Bund trifft und der Korpus selbst ohne geschnitztes Ahorn-Top deutlich leichter ist, kann der lange Hals wie das schwere Ende einer Wippe wirken, wenn die Gitarre nicht aktiv in Spielposition gehalten wird. Wie ausgeprägt das ist, variiert echt von Gitarre zu Gitarre - Halsfussgröße und Halsjoint-Design haben sich über verschiedene Produktionsjahre verschoben -, ein Test am konkreten Instrument lohnt sich also mehr als die Annahme eines festen Schweregrads.

Der Vorteil derselben leichten Bauweise ist real und unmittelbar: Dies ist eine deutlich angenehmer zu tragende Gitarre für ein langes Set als eine Les Paul, und der Slim-Taper-Hals belohnt schnelles Lead-Spiel auf eine Art, die die dickeren Les-Paul-Carves gar nicht erst versuchen.

Empfohlenes Zubehör & Saiten für Gibson SG Standard

Auf der geteilten 24,75-Zoll-Mensur ist .010-.046 der übliche Ausgangssatz, wie bei anderen kurzskaligen Gibsons. Das eine Zubehörteil, das sich für genau diese Form wirklich lohnt, ist ein breiter Gurt mit gutem Grip (Leder statt glattem Nylon) - er beseitigt Neck Dive bei einer dazu neigenden Gitarre nicht, reduziert aber spürbar, wie sehr der Hals während eines Sets rutscht und sich dreht.

Der mitgelieferte Soft-Shell-Case bietet leichteren Transportschutz als die Hardshell-Cases, die Gibson den bereits recherchierten Les-Paul-Standard-'50s/'60s beilegt - gut zu wissen, wer die Gitarre als Gepäck aufgeben oder sonst härteren Schutz braucht, sollte einen separaten Hartschalenkoffer einplanen.

Technische Daten von Gibson SG Standard

Bauform Solidbody-E-Gitarre, Double Cutaway
Kollektion Gibson USA Original Collection, eingeführt 2019 (Nashville, Tennessee)
Korpus Mahagoni, duenne Double-Cutaway-Form, kein geschnitztes Top
Hals Ahorn laut Gibsons offiziellem Datenblatt (häufig fälschlich als Mahagoni passend zum Korpus angenommen)
Halsprofil Slim Taper
Griffbrett Palisander, 12 Zoll Radius, Acryl-Trapez-Einlagen
Bünde / Mensur 22 kryogen behandelte Bünde; 24,75 Zoll Mensur
Sattel Tektoid-Material, ca. 1,695 Zoll (43 mm) Breite
Tonabnehmer Gibson 490R (Hals) und 490T (Steg) Humbucker
Regler Zwei Volume- und zwei Tone-Regler, Dreiweg-Kippschalter; durchgehend passiv, kein Coil Split, keine Batterie
Brücke / Saitenhalter Aluminium-Tune-o-matic-Brücke mit Aluminium-Stopbar-Saitenhalter
Mechaniken Grover Kidney, Chrom
Pickguard 5-lagig, Full-Face
Finish Glanz-Nitrocellulose-Lack
Gewicht Keine offizielle Werksangabe; ein dokumentiertes Exemplar bei ca. 6,8 lb (3,1 kg) - deutlich leichter als eine vergleichbare Les Paul durch den duenneren Korpus und das fehlende geschnitzte Ahorn-Top
Koffer Soft-Shell-Case im Lieferumfang (leichterer Schutz als die Hardshell-Cases der Les-Paul-Standard-'50s/'60s)
Bekannte Design-Eigenheit Der lange Hals-Korpus-Übergang der SG (um den 22. Bund) kombiniert mit dem leichten Korpus führt häufig zu 'Neck Dive', wenn die Gitarre nicht aktiv in Spielposition gehalten wird; die Ausprägung variiert deutlich je nach Einzelinstrument und Baujahr

Preisverlauf für Gibson SG Standard

Günstigster gesehener Preis: 1.000 EUR  ·  Teuerster gesehener Preis: 2.187 EUR

2.194 EUR1.000 EUR 04.09.2026 15.09.202616.09.202618.09.2026 19.09.2026
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Zur Geschichte von Gibson SG Standard

1961 ersetzte Gibson die Single-Cutaway-Les-Paul komplett durch ein neues, duenneres, leichteres Double-Cutaway-Mahagonidesign mit schärferen Korpuskonturen - und es funktionierte kommerziell fast sofort. Wo Gibson über die gesamte Burst-Ära von 1958 bis 1960 nur rund 1.700 Les-Paul-Standards und -Customs verkauft hatte, verschiffte man vom neuen Design allein 1961 rund 2.175 Exemplare - zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Namen Les Paul.

Was den Namen SG selbst zu einem wirklich kuriosen Stück Gitarrengeschichte macht: Les Paul wurde Berichten zufolge NICHT in das Redesign eingebunden und erfuhr erst im Nachhinein davon. Als sein Endorsement-Vertrag mit Gibson Mitte/Ende 1962 auslief, zog er seinen Namen von der Gitarre zurück, und Gibson benannte die Linie in SG um - schlicht eine Werksbezeichnung für Solid Guitar. Ob seine persönliche Abneigung gegen das Design tatsächlich zur Trennung beitrug, ist nicht eindeutig belegt, auch wenn gut dokumentiert ist, dass er es nicht moochte und die Namensentfernung wollte. Diese 2019er-Standard gehört zu Gibsons Original-Collection-Relaunch, demselben Neustart nach der Insolvenz 2018, aus dem auch die bereits in dieser Recherche-Reihe behandelten Les-Paul-Standard-'50s- und -'60s-Modelle stammen.

Über Gibson als Hersteller

Diese Gitarre teilt ihre unmittelbare Firmengeschichte mit den bereits recherchierten Les-Paul-Standard-'50s- und -'60s-Modellen: Gibsons Chapter-11-Insolvenz im Mai 2018, der Führungswechsel im November 2018 zu James JC Curleigh und Cesar Gueikian und der NAMM-2019-Relaunch der Original Collection, zu der diese SG Standard gehört.

Was sich hier speziell ergänzen lässt: Was die SG innerhalb von Gibsons breiterer Katalog-Logik repräsentiert. Während die Les Paul die Flaggschiff-, Premium-Identität der Marke trägt, war die SG historisch Gibsons Antwort auf Spieler, die eine wirklich andere Gitarre wollten - leichter, schneller, günstiger zu bauen ohne geschnitztes Top - statt einer abgespeckten Version desselben Les-Paul-Rezepts. Das ist eine andere Design-Philosophie als bei einem Modell wie dem Les Paul Studio, der Kosten spart, indem er Zierrat von derselben Grundkonstruktion entfernt; die SG spart Gewicht und ändert die grundlegende Korpusform komplett.

Bekannte Spieler & Aufnahmen mit Gibson SG Standard

Angus Young von AC/DC ist die mit Abstand wichtigste Figur in der Kulturgeschichte der SG, und das zu Recht - er spielt tatsächlich SG Standards, keine als Signature-Modell verkleidete Les Paul. Aber konkret sind es Vintage-Originale aus den 1960ern, zu denen er greift: eine 1968er SG Standard, die er als seine Lieblingsgitarre aus seiner gesamten Sammlung bezeichnet hat, und eine überarbeitete 1963er SG Standard, die seit der Stiff-Upper-Lip-Tour 1991 sein Live-Hauptinstrument ist. Keine der beiden ist diese aktuelle 2019er-Serienversion, auch wenn Gibson zusätzlich ein separates Angus-Young-Signature-SG-Modell verkauft, das speziell seine Vintage-Instrumente nachbildet.

Tony Iommi von Black Sabbath wird historisch eng mit der SG-Form assoziiert, spielte aber überwiegend eine modifizierte SG Special - eine andere Modellstufe mit anderen Tonabnehmern - statt einer Standard. Eric Clapton während seiner Cream-Jahre und Frank Zappa sind die weiteren Namen, die am durchgängigsten mit dem Ruf der SG verbunden werden, wieder auf Vintage-Instrumenten aus der ursprünglichen Ära der Form.

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